Mit nur einem Mausklick

Das Thüringer WK Potenzial „WebbleTAG“ entwickelt eine neue Technologie für einfache und flexible Softwareanwendungen. Dadurch könnten IT-Abteilungen und Programmierer bald deutlich weniger zu tun haben.  

Mit Medienanwendungen wie dieser schafft WebbleTAG 3D-Erlebniswelten. (Foto: Fraunhofer IDMT, Erfurt)
 
Mit Medienanwendungen wie dieser schafft WebbleTAG 3D-Erlebniswelten.
Foto: Fraunhofer IDMT, Erfurt  
Keine Anrufe mehr in der IT-Abteilung, keine externen Programmierer mehr, keine Installation mehr – und dennoch leistungsfähige und flexible Softwarelösungen? Das ist die Vision des Thüringer WK Potenzials WebbleTag, in dem das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT und drei Unternehmenspartner zusammenarbeiten. Wie das gelingen soll, erklärt Ingo Schrewe von der incowia GmbH in Ilmenau: „Unsere Technologie soll es ermöglichen, Softwareanwendungen vollständig im Browser laufen zu lassen und Anpassungen der Software zum Teil auch ohne Programmierung vornehmen zu können.“


Dahinter steckt eine Komponentendatenbank – die so genannte Base –, die entweder in der eigenen Organisation oder auch im Internet verfügbar ist. Die verfügbaren Komponenten bieten Funktionen an, die sich einfach in die Softwareanwendung integrieren und miteinander kombinieren lassen. Auf diese Weise kann sich jeder autorisierte Nutzer eine einfache und flexible Software gestalten – ohne automatisch auf das Knowhow von Programmierern zurückgreifen zu müssen.

Nur mit dem Browser

Die WebbleTAG-Pilotanwendung zur Elektromobilität kann vielfältigste Datenquellen zum Thema aufbereiten und vergleichen. (Foto: incowia GmbH, Ilmenau)
 
Die WebbleTAG-Pilotanwendung zur Elektromobilität kann vielfältigste Datenquellen zum Thema aufbereiten und vergleichen.
Foto: incowia GmbH, Ilmenau  
Wie das in der Praxis aussehen kann, erläutert WebbleTag-Sprecher Schrewe: „Stellen Sie sich vor, dass die Entwicklungsabteilung eines Unternehmens eine Software einsetzt, um eine Vielzahl von Forschungsdaten auszuwerten. Dazu verwenden sie vorgefertigte Berichte, die sie auf verschiedene Datenbanken anwenden können, ohne extra programmieren zu müssen.“ Dies könnten heutzutage allerdings sogar schon Smartphones-Apps. Die von den Thüringern anvisierte Technologie ginge darüber jedoch noch ein paar Schritte hinaus: „In Zukunft können die Forscher allein über ihren Browser die Berichte mit Bildern, Videos oder 3D-Visualisierungen erweitern und sie mit nur einem Mausklick über die Unternehmens-Base ihren Kollegen zur Verfügung stellen.“


Analog dazu soll auch die organisationsübergreifende Zusammenarbeit funktionieren: Partner, Kunden oder externe Interessenten sollen auf dieselbe simple Weise mit Daten, Berichten oder Anwendungen versorgt werden können. Einzige Voraussetzung ist eine gemeinsame Base, auf die die jeweiligen Nutzer zugreifen können, um die Komponenten oder Anwendungen in ihrem Browser zu starten.

3D- und Industrie-4.0-Anwendungen

In ihrem ersten großen Arbeitstreffen haben die WebbleTAG-Partner nun nachweisen können, dass die Grundlagen für die oben beschriebene Technologie, Plattform und Arbeitsweise gelegt sind und all das auch schon gut funktioniert. Einige Pilotanwendungen demonstrieren bereits die Flexibilität und Einfachheit der Komponententechnologie. Dazu gehören eine Industrie-4.0-Anwendung, die Industrieanlagen miteinander verbinden und steuern kann; eine Mobility-Anwendung, um vielfältigste Datenquellen zum Thema Elektromobilität aufzubereiten; eine Business-Intelligence-Anwendung, um Unternehmensdaten auszuwerten und darzustellen; oder auch Medien-Anwendungen, um zum Beispiel 3-D-Erlebniswelten zu schaffen und historische Datenbanken visuell auswerten zu können.

Weitere Informationen zum WK Potenzial WebbleTAG finden Sie hier.