THERMOLYPHOS – Thermolyse und Phosphorrückgewinnung – Neue Wege bei der Klärschlammverwertung – Halle

Klärschlammthermolyse ist ein technologischer Ansatz, der hohe energetische, wirtschaftliche und ökologische Wirkungsgrade verspricht – und zugleich neue Lösungen für die gesetzlich vorgeschriebene Phosphorrückgewinnung aus Klärschlämmen erfordert.

Gerade kleinere Klärwerke ohne energetische Verwertung der Faulgase emittieren einen nicht zu unterschätzenden Anteil an klimaschädlichen Gasen. Die Klärschlammthermolyse kann eine dezentrale, effektive Lösung und zugleich eine Alternative zur Monoklärschlammverbrennung sein. Das heizwertreiche Pyrolysegas kann energetisch genutzt werden. Der entstehende Pyrolysekoks enthält bis zu 10% Phosphor, den es nutzbar zu machen gilt. Offen ist allerdings, welches die möglichen Wege sind. Hier setzt das Innovationsforum an und widmet sich Fragen wie:

  • Welche Bedingungen beeinflussen bei den relevanten Pyrolyse- und Vergasungsverfahren Energieeffizienz und Phosphor-Extraktionsrate?
  • Welche der bekannten Verfahren des Phosphor-Recyclings sind für Klärschlammkohlen anwendbar?
  • Sind ungefaulte Klärschlämme besser für die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprozesses geeignet als ausgefaulte?
  • Welche Thermolysekohlen sind auch als Direktdünger einsetzbar?

Hierzu tauschen sich Akteure aus der Abwasserbranche, Landwirtschaft und Behörden mit Anlagenbauern und Forschern fachübergreifend aus, um bisherige Lösungsansätze zu bewerten, neue zu identifizieren und Kompetenzen zu bündeln.

Ziele

Die Gewinnung von Phosphor aus Klärschlamm-Pyrolysekoks ist eine technologische Herausforderung, die die Verwertung von Klärschlämmen insbesondere in kleinen und mittleren Klärwerken substanziell verändern kann.

  • Branchenübergreifend einen Beitrag zur Schließung der noch bestehenden wissenschaftlich-analytischen und technologischen Lücken bei der Phosphorrückgewinnung leisten.
  • Weiterentwicklung der Thermolysetechnologie und ihre Anpassung an das besondere Inputmaterial Klärschlamm in Verbindung mit Technologien des Phosphor-Recyclings.
  • Identifizierung von Aufgaben für Forschung und Entwicklung sowie Erarbeitung einer Roadmap.
  • Schaffen einer Arbeitsplattform und Verknüpfung von Kompetenzen bundesweit.
  • Weiterführung des Ansatzes in die Agrarwissenschaften.
  • Einbindung der Arbeitsplattform in das TKoR-Netzwerk und Kooperation mit anderen Klärschlamm- und Phosphor-Initiativen.

Wissen

  • Initiator ist das Steinbeis Transferzentrum RessourcenTechnologie und Management in Halle/Saale, das sich seit 10 Jahren mit verschiedenen Pyrolysetechnologien für unterschiedliche Reststoffe bzw. Produkte befasst. Dazu werden Entwicklungsprojekte begleitet und der Wissenstransfer in die wirtschaftliche Praxis unterstützt.
  • Mitinitiatoren sind – neben der LAV Markranstädt GmbH – die Hochschule Merseburg, der Betreiber der Thermolyseanlage in Hötensleben, die KKB Alternative Energie GmbH, die Chemische Fabrik Budenheim KG, die PCI Wassermann GmbH sowie das Netzwerk SWED 2.6 Inno e.V. in Chemnitz.
  • THERMOLYPHOS gliedert sich ein in das Technologie- und Kompetenzzentrum organisches Reststoffrecycling (TKoR). Dieses mitteldeutsche Netzwerk widmet sich verschiedenen Themen und Innovationen zur Verwertung insbesondere von Klärschlamm (www.tkor-netzwerk.de).

Die Region

Die Region Leipzig/Halle verfügt durch die seit mehr als 100 Jahren hier verarbeitete Braunkohle und die Chemieindustrie über eine langjährige Tradition in der Pyrolyse und Verschwelung. Das spiegelt sich auch in der Forschungsinfrastruktur wider. Hier suchen gut vernetzte Unternehmen, Hochschulen und kommunale Dienstleister auch bei anderen Roh- und Wertstoffen nach neuen Wegen und erschließen der Pyrolysetechnologie neue Anwendungsfelder. Hier ist auch das Netzwerk TKoR zu Hause, in dessen Strukturen die Initiative THERMOLYPHOS agiert.

Kontakt

Steinbeis-Transferzentrum R.T.M.
Projektleiter Dr. Uwe Sauermann
Am Saalehafen 1
06118 Halle (Saale)
Tel.: +49 34606 22778
Fax: +49 345 512 6482
TagungsHotline: +49 345 133 762 071
E-Mail: info[at]steinbeis-rtm.de
www.thermolyphos.de
www.steinbeis-rtm.de

 

Berichterstattung aus dem "Blickpunkt" finden Sie hier.