InnoPressTech – Kommunikationsplattform für innovative Anwendungen der Presshärtetechnologie – Chemnitz

Vor dem Hintergrund des anhaltenden Bedarfes an warmum­geformten Bauteilen, die sich durch extreme Festigkeit und das hohe Potenzial zur Gewichtsreduzierung auszeichnen, soll für Produktspektren im Bereich kleiner Stückzahlen der Einsatz
der Presshärtetechnologie forciert werden.

Der Diskussion um die Senkung des CO2-Ausstoßes in Fahr­zeugen und den damit verbundenen politischen Richtlinien begegnet die Automobilindustrie aktuell mit innovativen Leichtbaukonzepten. Im Bereich der Großserienfertigung von Karosserie-Strukturbauteilen kommen presshärtbare Stahlwerkstoffe zum Einsatz, um sich den Anforderungen wie hohe Bauteilfestigkeit, Gewichtsreduzierung, Energie­einsparung und verbesserte Funktionalität zu stellen. Zur Deckung des Bedarfes an pressgehärteten Bauteilen müssen neben den Automobilzulieferern auch beteiligte Industrie­zweige in die Produktion solcher Blechteile mit einbezogen werden.

Für die Übertragung der Technologie Presshärten, einer Kombination aus Wärmebehandlung und Umformung, auf weitere Bauteilspektren im Kleinserienbereich bestehen Hemmnisse, die unter anderem in der hohen Komplexität der Techno­logie und den noch bestehenden Prozessunsicherheiten bezüglich der thermomechanischen Behandlung begründet liegen und die es zu beheben gilt.

„InnoPressTech“ identifiziert und bündelt regionale und überregionale Kompetenzen, um eine nachhaltig wirkende Kommunikationsplattform zur Presshärtetechnologie auf­zubauen und die KMU bei der Einführung und Anwendung des Presshärtens zu unterstützen.

Ziele

Der Aufbau der Technologieplattform ist die Basis, um die Aktivitäten auf dem Gebiet der Blechwarmumfor­mung zu bündeln, sich den Herausforderungen wie der Technologieeinführung beziehungsweise -optimierung, der Werk­zeuggestaltung oder der Prozessüberwachung zu stellen und diese zu bearbeiten.

Schwerpunkte sind:

  • Darstellung des aktuellen Wissensstandes zur Presshärtetechnologie
  • Initiierung eines Innovationsdialoges
  • Bündelung regionaler wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Kompetenzen
  • Aufbau und Ausbau von strategischen Partnerschaften
  • Initiierung von F&E-Projekten

 

Wissen

In der Automobilindustrie wächst der Bedarf an warmumgeformten, sicherheitsrelevanten Bauteilen stetig. Prognosen gehen davon aus, dass die Produktion von höchstfesten Karosseriebauteilen zukünftig auf über 500 Millionen Bauteile pro Jahr steigen wird.

Für die Einbeziehung von Unternehmen weiterer Industriezweige in die Produktion pressgehärteter Bauteile muss das über Jahre gewachsene Know-how in Bezug auf die Technologie, die Umformwerkzeuge, die relevanten Werkstoffspektren etc. übertragen und eine Technologie­plattform geschaffen werden, die diese Firmen befähigt, sich sowohl der komplexen Technologie und der damit verbundenen Werkzeug- und Anlagentechnik als auch den notwendigen Technologieverbesserungen zu stellen.

Um den Anforderungen der Industrie gerecht zu werden, müssen nicht nur Prozesswissen vermittelt, sondern auch prozesssichere und praxistaugliche Fertigungsstrategien entwickelt werden. Hierzu sind Innovationen notwendig, die sich auf die Entwicklung von Technologien, Werkzeug­konzepten, technischen Anlagen und den Einsatz von alternativen Werkstoffen beziehen.
Die Region

Der Freistaat Sachsen verfügt über eine breite Basis an kleinen und mittelständisch geprägten Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus, der Kfz-Zuliefer-, der Nutz­fahrzeug-, Landmaschinen- und der Bauindustrie sowie über eine exzellente Forschungsinfrastruktur. Damit beste­hen in der Region ideale Voraussetzungen, um innovative Produkte und Technologien marktreif zu erarbeiten. Auf dem Gebiet „Presshärtetechnologie“ wird das Projekt eine Vorreiterrolle einnehmen und damit zur Profilierung des Freistaates in diesem Bereich beitragen.

Kontakt

Technische Universität Chemnitz
Fakultät für Maschinenbau
Institut für Werkzeugmaschinen und
Produktionsprozesse IWP
Professur Umformendes Formgeben und Fügen
PD Dr.-Ing. habil. Verena Kräusel
09107 Chemnitz
Tel.: 0371 531-32195
E-Mail: verena.kraeusel@mb.tu-chemnitz.de
www.innopresstech.de

 

Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Land Sachsen.

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