Strom tanken leicht gemacht

Umweltfreundliche Elektroautos treffen auf intelligente Ladestationen – das ist kein Zukunftsszenario, sondern bereits Realität. In einer Tiefgarage in Chemnitz konnte jetzt der erste Prototyp eines vollautomatischen Tankwarts bewundert werden.  

Thomas Graichen steht strahlend vor den zahlreich versammelten Medienvertretern. Der Koordinator der InnoProfile-Tranfer-Initiative „Generische Infrastruktur zur nahtlosen energetischen Kopplung von Elektrofahrzeugen“, kurz GINKO, hat auch allen Grund dazu. Gemeinsam mit seinen Kollegen der Professuren Schaltkreis- und Systementwurf sowie Robotersysteme der Technischen Universität Chemnitz und fünf Industriepartnern hat er in den letzten drei Jahren an dem Prototyp gearbeitet. Das Ergebnis hebt elektrisches Autofahren auf eine neue Ebene. Geht die Ladung zur Neige, zeigt ein spezielles Navigationssystem sofort an, wo eine freie Ladestation in der Nähe zu finden ist, und leitet den Fahrer dorthin. Das funktioniert selbst in der Tiefgarage ohne Probleme. Dort angekommen, muss der Wagen nur abgestellt, die Buchse geöffnet und der Ladevorgang gestartet werden, alles andere geschieht automatisch.

Der erste Prototyp eines vollautomatischen Tankwarts. (Foto: BMBF / Unternehmen Region / Thilo Schoch)
Der erste Prototyp eines vollautomatischen Tankwarts.
Foto: BMBF / Unternehmen Region / Thilo Schoch

 

Flexibel managen

Ein Roboterarm, der in dem Forschungsprojekt entwickelt wurde, übernimmt jetzt die Verantwortung. Mit Hilfe einer winzigen Kamera findet er die Öffnung und führt das Ladekabel exakt in die Buchse. Sobald es richtig eingerastet ist, beginnt der Strom zu fließen. Wie viel das ist und wie lange der Ladevorgang dauert, wird durch eine Software, die von den Firmenpartnern „Raritan“ und „meetwise“  entwickelt wurde, überwacht und beeinflusst. Sie sorgt dafür, dass der Strom flexibel verteilt wird, wenn mehrere Autos gleichzeitig aufgeladen werden und stoppt den Ladevorgang, sobald die Akkus voll sind, um eine Überladung zu verhindern.
 

Sorglos laden

Dafür kommuniziert der automatische Tankwart mit dem so genannten Sitemanagement, dem Kontrollsystem in der Tiefgarage. Ein Datenkabel, das in das Ladekabel integriert ist, macht es möglich. So wird Strom tanken sehr viel einfacher und effizienter. Dass die Fahrer dabei nicht mehr selbst Hand anlegen, sondern ein intelligenter Roboterarm die Arbeit übernimmt, ist sehr hilfreich. Die Ladeströme werden künftig höher sein und damit auch die Kabel dicker und schwerer. In den kommenden Jahren wollen die Chemnitzer ihren Prototyp zur Serienreife bringen.

Weitere Informationen zur InnoProfile-Transfer-Initiative GINKO finden Sie hier.