Besser bauen

CUBE heißt das weltweit erste Versuchshaus aus Carbonbeton, das 2019 in Dresden errichtet werden soll. Damit setzt das Zwanzig20-Konsortium "C3" ein sichtbares Zeichen für den radikalen Umschwung in der Baubranche. 

Ein Haus, komplett aus Carbonbeton, in dessen Wänden Heizung, Beleuchtung und Photovoltaik direkt integriert sind – das gibt es bisher noch nirgendwo auf der Welt. CUBE ist ein Vorzeigeprojekt. Es soll demonstrieren, dass ein Bauwerk aus Carbonbeton durchaus alltagstauglich ist, dass es Ökonomie und Ökologie perfekt verbindet. Auf 220 Quadratmetern werden in dem "Demonstratorhaus" Labor- und Präsentationsräume sowie Büros unterkommen. An der Außenfassade wollen die Wissenschaftler Testflächen für Langzeitmessungen installieren, mit denen sie unter anderem Verformungen an der Konstruktion überprüfen. So können sie die Eigenschaften von Carbonbeton als Baumaterial und Gebäudehülle ausloten.

Fassade des Carbonbetonhauses von vorn

Ein Hingucker im Dresdner Stadtzentrum: Entwurf des weltweit ersten Carbonbetonhauses mit ungewöhnlicher Dachform, die durch das neue Baumaterial ermöglicht wird.

Architekturbüro HENN Berlin

Funktion folgt Form

Noch sind die Partner des ehrgeizigen Bauprojekts, zu denen auch das Betonwerk Oschatz und das Hohnsteiner Bauunternehmen Bendl gehören, in der Vorbereitungsphase. Die Entwürfe für CUBE erarbeitet das renommierte Architekturbüro HENN. Für die Planung des Baus sind die AIB – Architekten Ingenieure Bautzen und die ASSMANN Beraten + Planen AG verantwortlich. Das futuristische Haus wird eine ungewöhnliche Dachkonstruktion bekommen: Zwei Schalen winden sich aus den Wänden in die Decke. Das zeigt, welche neuen gestalterischen Möglichkeiten Carbonbeton bietet, ohne dass die bauphysikalische Sicherheit darunter leidet. Ob eine solche Bauweise im Hinblick auf die Kosten für den Alltag geeignet ist, soll bei der Errichtung von CUBE genau bewertet werden.

Carbonbetonhaus vor TU Dresden

Perfekte Lage: Das Grundstück für das Carbonbetonhaus liegt in direkter Nachbarschaft zu seinen Erfindern an der Fakultät für Bauingenieurwesen der TU Dresden.

Architekturbüro HENN Berlin

Letzte Hürden

Das Grundstück für das Carbonbetonhaus stellt die Stadt Dresden zur Verfügung: 1.400 Quadratmeter im Zentrum der Stadt, gleich um die Ecke von der Fakultät für Bauingenieurwesen der Technischen Universität. Passender könnte der Ort nicht sein.

Nun testen und entwickeln die Dresdner gemeinsam mit Kollegen von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig spezielle Carbonbetonbauteile für CUBE. Erst nach Abschluss der Versuche gibt es eine offizielle Genehmigung zur Errichtung des Hauses, eine sogenannte "Zustimmung im Einzelfall". Aber auch diese letzte Hürde werden die sächsischen Baupioniere nehmen, daran besteht kein Zweifel.

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