Innovation & Strukturwandel

Die Programmfamilie „Innovation & Strukturwandel“ richtet sich an alle strukturschwachen Regionen in Deutschland und nimmt deren Innovationsfähigkeit in den Fokus. Das Pilotprogramm „WIR!“ ist bereits gestartet, weitere Programme folgen noch 2019.

Durch spezielle Förderinstrumente wollen wir exzellente Forschungskompetenzen ausbauen, um die Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in strukturschwachen Regionen erfolgreich für nationale wie auch internationale Innovationsprozesse zu positionieren. Oftmals fehlt nicht viel, um die wissenschaftliche und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu bündeln und voll zur Geltung zu bringen. Dazu bedarf es allerdings spezifischer Programme, die das vorhandene Potenzial aktivieren bzw. weiter unterstützen und auch strukturelle Defizite angehen. Deshalb wollen wir mit regionalen Innovationsinitiativen die zukunftsfähige Profilbildung strukturschwacher Regionen verbessern und einen nachhaltigen Strukturwandel ermöglichen.

Mit diesem Förderansatz ergänzen wir unsere bundesweiten Programme der Forschungs- und Wissenschaftsförderung um neue Maßnahmen, damit gerade in strukturschwachen Regionen nachhaltige Innovationsstrategien konzipiert und umgesetzt werden können. Bis 2024 planen wir, rund 600 Millionen Euro für mehrere neue Programme bereitzustellen. „Innovation & Strukturwandel“ ist das Herzstück des BMBF-Konzepts „Chancen.Regionen“ für strukturschwache Regionen. Die Programmfamilie ist zudem ein wichtiger Bestandteil des „Gesamtdeutschen Fördersystems für strukturschwache Regionen“, in dem ab 2020 alle regionenspezifischen Programme des Bundes zusammengefasst werden.

Spezifische Grundsätze der Förderung

Unter dem Dach von „Innovation & Strukturwandel“ werden wir mehrere, sich ergänzende Programme entwickeln, die einem erfolgreichen konzeptionellen An­satz folgen. Dieser beruht auf der Erkenntnis, dass ein erfolgreicher Strukturwandel nur gelingen kann, wenn er auf den regional vorhandenen Kompetenzen aufbaut, die Eigeninitiative der Menschen vor Ort setzt und den Grundprinzipien des Transfers und der interdisziplinären Vernetzung folgt:

  • Nutzung regionaler Potenziale: Die Innovationsschwerpunkte müssen aus den Regionen heraus definiert werden. Strukturfördernde Maßnahmen sind eben meist dann erfolgreich, wenn sie auf vorhandenen Potenzialen und Erfah­rungen der Menschen vor Ort aufbauen und diese für Neues einsetzen. Die Förderung ist daher themen- und akteursoffen und bottom-up-orientiert.
  • Anwendungsorientierung: Nachhaltige wirtschaftliche Erfolge werden sich nur dann einstellen, wenn Forschungsergebnisse für wirtschaftliche Pro­dukte und Dienstleistungen verwertet und für gesell­schaftliche Lösungen angewendet werden. Unter­nehmerische Innovationsperspektiven werden daher von Beginn an mitgedacht und besonders kleine und mittlere Unternehmen mit der Förderung angespro­chen.
  • Offene Innovationskultur: Gerade in struktur­schwachen Regionen besteht die Notwendigkeit, aber auch eine große Aufgeschlossenheit, neue Modelle für unternehmerisches Handeln und offene Koope­ration sowie neue Formen des Arbeitens, Lernens und Zusammenlebens miteinander zu erproben.
  • Strategische Zusammenarbeit: Um Wissen und Erfahrungen aus verschiedenen Disziplinen, Branchen, Sektoren und Institutionen konstruktiv zusammenzubringen, rich­tet sich „Innovation & Strukturwandel“ an interdisziplinäre Bünd­nisse mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft – bis hin zu Kommunen und den Bürgerinnen und Bürgern.
  • Weiter Innovationsbegriff: Für einen nachhaltigen Strukturwandel sind technologische, organisatorische und soziale Innova­tionen unerlässlich. Wir legen unserer Förderung da­her ein weites Innovationsverständnis zugrunde und ermöglichen Innovationsvorhaben aus unterschied­lichen Bereichen.

Neue Programme der Programmfamilie

Mit „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ haben wir bereits 2017 ein erstes Pilotprogramm der Programmfamilie gestartet. Es fördert die Entstehung neuer, starker Innovationsbündnisse in den Regionen jenseits bestehender Innovationszentren. In der ersten Auswahlrunde, die noch auf Ostdeutsch­land begrenzt war, wurden im März 2019 die 20 Bünd­nisse mit den innovativsten Ideen und aussichtsreichsten Konzepten für eine mehrjährige Umsetzungsphase ausgewählt. Die nächste Förderrunde wird über Ostdeutschland hinaus auch für strukturschwa­che Regionen in Westdeutschland geöffnet und soll im Sommer 2019 starten. Ab 2019 ist sukzessive der Start weiterer Programme geplant.