Die Zukunft der Landwirtschaft ist digital

Das Innovationsforum „SeBiMo“ will die Digitalisierung in der Landwirtschaft vorantreiben. In Köln diskutierten Wissenschaftler, Landwirte und Techniker darüber, wie intelligente Sensortechnologien zu höheren Ernten beitragen können.

Ein Traktor scannt ein Feld mit Sensoren

Der Scan über das Feld ermöglicht eine standortspezifische Stickstoffdüngung.
 

Agri Con GmbH

Die Weltbevölkerung wächst und mit ihr auch die Nachfrage nach Lebensmitteln. Landwirte, die ihre Felder effektiv bewirtschaften wollen, brauchen deshalb innovative Ideen. Solche Ideen entwickelt das Innovationsforum Mittelstand „SeBiMo – Sensorbasiertes Biosphärenmonitoring“, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird. Nach mehreren Monaten Arbeit in verschiedenen Workshops trafen sich die Akteure aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Agrartechnik- und Dienstleistungsbetrieben Anfang September, um ihre Ergebnisse auszutauschen. Im Mittelpunkt des interdisziplinären Forums stand der Ansatz, durch Sensoren vollständige Daten über den Gesamtzustand von Böden zu gewinnen, sowie „die Suche nach Partnern“, wie Claudia Scholta von der Beratungsgesellschaft e-hoch-x sagte. SeBiMo hat die Vision, Landwirten wirtschaftliche Mechanisierungs- und Automatisierungslösungen anzubieten. Doch was im Labor funktioniert, muss sich erst noch in der Praxis beweisen.

Precision Farming birgt großes Potenzial

Eine Hand hält ein Stickstoffmessgerät.

Ein Messgerät bestimmt den Stickstoffgehalt in der Pflanze.

Agri Con GmbH

Sandig, kiesig oder sauer – auf demselben Acker müssen Landwirte oft mit unterschiedlichen Böden zurechtkommen. Beim sogenannten Precision Farming können sie diese Verschiedenheiten berücksichtigen, etwa indem sie je nach Untergrund unterschiedlich viel Dünger aufs Feld bringen. Die Pflanzen erhalten damit nur diejenigen Nährstoffe, die ihnen im Boden nicht zur Verfügung stehen. Das spart Kosten und Ressourcen und sorgt für bessere Ernten. Die Bodenproben, die den Landwerten die nötigen Informationen liefern, müssen heute im Labor ausgewertet werden. Zukünftig sollen Sensoren in Echtzeit diese Daten übermitteln und einen ökonomischen sowie nachhaltigen Ackerbau ermöglichen. Der europaweit tätige Dienstleister Agricon berät deshalb Landwirtschaftsbetriebe: vom Einsatz einer Software zur optimalen Düngung bis hin zur Applikation nach Karte.

Entwässerungssysteme sichern Ernte

Eine Frau kniet mit einem Messgerät in einem Feld.

Mithilfe moderner Sensorik lässt sich die Bodenfeuchte messen.

TU Dresden/AST

Je besser der Boden, desto besser die Ernte. Auf rund vier Millionen Hektar – das ist ein knappes Zehntel der Fläche Deutschlands – sichern Drainage-Anlagen die Felder. „In den nächsten 10 bis 15 Jahren liegen die Drainagen im Schadensbereich, das heißt es kommt zu Ertragsausfällen auf den Feldern“, warnt Mario Hehne von Apus Systems. Wurzeln und Sedimente verstopfen die Entwässerungsrohre unter den Feldern, das Wasser staut sich und kann nicht mehr abfließen. Die Sanierung der Drainagen ist aber schwierig, weil die geografische Lage der vergrabenen Rohre oft nicht bekannt ist. Helfen können teilweise alte Kartenbestände, auf denen die Rohre eingezeichnet sind. Sie müssen allerdings langwierig und teuer digitalisiert werden. Das Unternehmen Apus Systems will die verbauten Rohre daher mit Drohnen aufspüren und ein digitales Register aufbauen.

Um auf solche Probleme und Lösungsansätze aufmerksam zu machen, Erfahrungen aus der Praxis zu teilen, neue Partner zu finden und neue Projekte zu entwickeln – dafür steht die Förderinitiative Innovationsforen Mittelstand.

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