Erfahrungsaustausch einmal anders

„Zwanzig20“ geht neue Wege – auch bei einem zweitägigen Symposium in Berlin: Die Konsortien erarbeiteten ihre Workshop-Themen selbst, präsentierten sich auf ungewöhnliche Weise und lauschten einem Philosophen, der die ganz großen Fragen aufwarf.

Das Umweltforum in Berlin bot den Rahmen für das Zwanzig20-Symposium.

Rund 150 Gäste sind zum Zwanzig20-Symposium ins Berliner Umweltforum gekommen.

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

2012 startete das Programm Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation. Zehn Konsortien haben seither die Chance, „einmal alles anders zu machen“, wie es Ministerialrat Hans-Peter Hiepe gerne beschreibt. Fünf Jahre nach dem Start lud das Ministerium nun zum zweitägigen Erfahrungsaustausch ins Umweltforum nach Berlin. Rund 150 Gäste folgten der Einladung: Mitglieder und Beiräte der Konsortien, Vertreter des Ministeriums, des zuständigen Projektträgers PtJ und der Länder, Expertinnen und Experten.

Fünf mal Fünf

Mit dem Programm Zwanzig20 macht das Bundesforschungsministerium vieles anders – auch bei der Konzeption von Veranstaltungen. Das Format „Fünf mal fünf“ bot den Konsortien die Gelegenheit, sich im Plenum zu präsentieren. Einzige Vorgabe: das Zeitbudget von fünf Minuten. Die Konsortien nutzten diese Freiheit zu ganz unterschiedlichen Präsentationsformen – vom Film über die szenische Darstellung bis hin zum interaktiven Quiz.

Bereits im Vorfeld hatten die Koordinatoren der Konsortien gemeinsam mit Ministerium und Projektträger die Workshop-Themen erarbeitet. Diese beschäftigten sich dann auch genau mit den Fragen, die die Konsortialpartner am meisten beschäftigen: Wie lässt sich ein nachhaltiges, zukunftsfähiges Konsortium entwickeln? Wie gestalte ich ein erfolgreiches und praxistaugliches Wissensmanagement? Wie gelingt der Transfer von der Forschung in Produkte? Und wie lässt sich die Zusammenarbeit zwischen Akteuren aus Unternehmen und Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen managen?

„Curating of Ideas in the Making“ heißt die Key Note von Bernd Scherer, Intendant des Hauses der Kulturen der Welt.

„Curating of Ideas in the Making“ heißt die Key Note von Bernd Scherer, Intendant des Hauses der Kulturen der Welt.

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Teilnehmer des Zwanzig20-Symposiums im Umweltforum.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Zwanzig20-Symposiums im Gespräch.

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Hans-Peter Hiepe im Porträt

Zwanzig20-Initiator Hans-Peter Hiepe.

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Neysha Lobo-Ploch im Vortrag

Neysha Lobo-Ploch stellt das Konsortium Advanced UV for Life vor.

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Frank Schladitz im Vortrag

Frank Schladitz präsentiert das Konsortium C3.

BMBFUnternehmen Region/Thilo Schoch

Impression aus dem Plenum.

Impression aus dem Plenum.

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Impression aus einem der Workshops

Impression aus einem der fünf Workshops.

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Karten, die beschriftet werden.

Impression aus einem der fünf Workshops.

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Impression aus einem der Workshops

Impression aus einem der fünf Workshops.

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Impression aus einem der Workshops

Impression aus einem der fünf Workshops.

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Impression aus einem Workshop

Impression aus einem der fünf Workshops

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Hans-Peter Hiepe im Plenum

Hans-Peter Hiepe im Plenum.

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Frank Ellinger im Podium

Frank Ellinger präsentiert das Konsortium fast actuators sensors & transceivers (fast).

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Präsentation des Konsortiums infectControl2020

Florian Salm, Teresa Domaszewska und Jan Holzhausen (v.l.n.r.) stellen das Konsortium InfectControl 2020 vor.

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Die Teilnehmer diskutieren unter freiem Himmel.

Die Teilnehmer des Symposiums tauschen sich unter freiem Himmel aus.

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Aus dem Publikum werden Fragen gestellt.

Impression aus dem Plenum.

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion.

Yves Bossart im Gespräch mit Hans-Peter Hiepe, Katharina Hölzle und Frank Salzgeber (v.l.n.r.).

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Hans-Peter Hiepe und Yves Bossart

Mehr Ideen als Worte: Hans-Peter Hiepe (l.) und Yves Bossart.

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Wie kommen die großen Ideen in die Welt?

Eine Außenansicht gewährte der Philosoph und Kosmopolit Bernd Scherer mit seinem Blick auf die Entstehungsgeschichte von Ideen und dem Sinn des wissenschaftlichen Tuns. Anhand von historischen Ereignissen verdeutlichte der Intendant des Hauses der Kulturen der Welt, wie sich das Verhältnis von Geistes- und Naturwissenschaften verändert hat. Mittlerweile befänden wir uns in einem vom Menschen gemachten Zeitalter, ist Scherer sicher. „Hatten wir früher das Problem die Welt zu verstehen, so haben wir heute das Problem, mit der von uns erschaffenen neuen Welt umzugehen“, sagt Scherer. Der Mensch sei den Rhythmen der Technologien unterworfen und damit auch seine Erfahrungen.

Aus dieser Erkenntnis heraus appellierte Scherer an einen bewussten und sorgfältigen Umgang mit Innovationen: „Alle anwendungsorientierten Ingenieure sollten sich bei jeder neuen Entwicklung die Frage stellen: Was könnte dieses einzelne Projekt für die Gesellschaft bedeuten? Es reicht nicht nur, neue Ideen zu entwerfen, sondern wichtig ist, wie wir mit den neuen Ideen umgehen.“

Mehr Verrückte und die richtigen Fragen

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion

Yves Bossart im Gespräch mit Hans-Peter Hiepe, Katharina Hölzle und Frank Salzgeber (v.l.n.r.).

BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Eine spannende Podiumsdiskussion über die Förderung von Kreativität und den Weg zu neuen Ideen führten drei, die es wissen müssen: Die Potsdamer Universitätsprofessorin für Innovationsmanagement Katharina Hölzle, Frank M. Salzgeber, der den Technologietransfer und das Innovationsmanagement der Europäischen Weltraumorganisation ESA leitet, sowie der Initiator von Zwanzig20, Hans-Peter Hiepe.

Im Gespräch mit Moderator Yves Bossart vom Schweizer Fernsehen („Sternstunde Philosophie“) forderte Frank Salzgeber unter anderem „mehr Verrückte“ in den Unternehmen und betonte die Impulse von aktiv durchmischten „Mixed-Pickles-Teams“, die viele Leute von außerhalb miteinbeziehen. Katharina Hölzle lobte die „Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen“ und plädierte dafür, die zur Kreativität nötigen Kompetenzen bereits von der Schulzeit an systematisch zu vermitteln. Hans-Peter Hiepe lobte den Typus des „Spezialisten für Zwischenräume“, problematisierte den Umgang mit traditionellen Technologien, Ansätzen und Haltungen und erläuterte noch einmal den radikal grenzüberschreitenden Anspruch des Zwanzig20-Programms. Diesem Anspruch – da waren sich die meisten Konferenzteilnehmer einig – wurde auch der zweitägige Erfahrungsaustausch der Zwanzig20-Konsortien gerecht.