Exzellenzstrategie: Dresden und Jena erfolgreich

Die TU Dresden und die Friedrich-Schiller-Universität Jena haben den Zuschlag für insgesamt vier Exzellenzcluster erhalten. Den Boden für zwei der erfolgreichen Cluster bereiteten Unternehmen-Region-Initiativen.

Bakterien unter dem Mikroskop

Interaktion von Bakterien (Proteus mirabilis) und Hefepilzen (Candida albicans) im Darm.

Sandor Nietzsche, Susanne Linde / Elektronenmikroskopisches Zentrum Jena; Bildbearbeitung: Mario Kapitan

Jubel in Dresden und Jena: Als am 27. September die 57 erfolgreichen Exzellenzcluster verkündet wurden, konnte sich die Friedrich-Schiller-Universität (FSU) in Jena über einen erfolgreichen Antrag, die TU Dresden sogar über drei erfolgreiche Projekte freuen. In den kommenden sieben Jahren haben die Hochschulen nun Zugang zu den Fördermitteln, die der Bund und das jeweilige Land für die 57 Cluster bereitstellen. Jährlich sind dies in der Summe rund 385 Millionen Euro.

Mikrobielle Gemeinschaften

Axel Brakhage im Labor

Axel Brakhage ist Sprecher des Jenaer Exzellenzclusters „Balance of the Microverse“.

Jan-Peter Kasper/FSU

Die Exzellenzkommission – besetzt mit 39 Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen und den Wissenschaftsministerinnen und -ministern des Bundes und der Länder – ließ sich vom Jenaer Projekt „Balance of the Microverse“ überzeugen. Die beteiligten Forscher wollen herausfinden, nach welchen übergreifenden Prinzipien mikrobielle Gemeinschaften interagieren. Im Mittelpunkt ihres Interesses stehen komplexe Mikroorganismen – die Mikrobiome – die unter anderem die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen beeinflussen. Die Kernfrage ist: Kann der Mensch gezielt eingreifen, um ein aus der Balance geratenes Mikrobiom wieder zu reparieren?

Am neuen Forschungsverbund beteiligen sich unter anderem die Fakultät für Mathematik und Informatik, die Fakultät für Biowissenschaften und die Medizinische Fakultät der FSU Jena; sie kooperieren mit außeruniversitären Partnern wie dem Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut und dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik. Einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Bewerbung leisteten unter anderem das Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) „ultra optics“ und das Zwanzig20-Konsortium „InfectControl 2020“, die im Rahmen der Innovationsinitiative Unternehmen Region gefördert werden.

Die Physik des Lebens

Gruppenbild der PoL-Mitglieder

Die "Physics of Life"-Gruppe mit TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen (8.v.l.).

TU Dresden

Ebenfalls mit den Zusammenhängen des Lebens beschäftigt sich das Exzellenzcluster „Physik des Lebens / Physics of Life“ (PoL) an der Technischen Universität Dresden. Die Forscherinnen und Forscher wollen grundlegende Fragen in der Zell- und Entwicklungsbiologie beantworten und die dem Leben zugrundeliegenden biologischen Prozesse unter physikalischen Aspekten aufklären. In dem Cluster arbeitet die TU Dresden unter anderem mit dem Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik sowie dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf zusammen. Dabei kann Physics of Life auf den Ergebnissen aufbauen, die das Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) „B CUBE“ in den vergangenen Jahren erarbeitet hat. Vier B CUBE-Professoren engagieren sich aktiv im neuen Exzellenzcluster.

Neben Physics of Life hat die Exzellenzkommission noch zwei weitere Cluster an der TU Dresden bewilligt: Damit ist die TU eine von 17 Universitäten und zwei Universitätsverbünden, die noch im Rennen um eine Förderung als Exzellenzuniversität sind. Die Entscheidung darüber fällt im Juli 2019.