Grüne Aussichten

150 nationale und internationale Akteure aus der Wasserstoffbranche, aus Wissenschaft und Politik trafen sich Anfang November zum 3. HYPOS-Forum in Leipzig. Im Mittelpunkt der Konferenz im BMW-Werk standen die Marktperspektiven für Grünen Wasserstoff.

„In den vergangenen drei Jahren hat sich HYPOS zu einem Netzwerk entwickelt, dass eine komplette Wertschöpfungskette abbildet – von der Erzeugung über Transport und Speicherung bis zum Einsatz des Grünen Wasserstoffs in Industrie, Mobilität und in der urbanen Energieversorgung“, sagte Joachim Wicke, Vorstandsvorsitzender des Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany e.V. (HYPOS). Im nächsten Abschnitt des Vorhabens gehe es darum, die Forschungsergebnisse bis 2030 schrittweise in großindustrielle Anwendungen und tragfähige Geschäftsmodelle zu transformieren, so Wicke.

Redner Dr. Wicke spricht vor Publikum

Gut informiert: Dr. Joachim Wicke berichtet über die Entwicklungen des HYPOS-Netzwerks. 

Nick Putzmann | HYPOS e.V

HYPOS wird im Rahmen des Programms „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ vom Bundesforschungsministerium gefördert. Das Projekt hat das Ziel, Grünen Wasserstoff im großtechnischen Maßstab aus erneuerbarem Strom herzustellen. Matthias Graf von Kielmansegg, Abteilungsleiter für Grundsatzfragen; Strategie; Digitaler Wandel im BMBF, sprach von überzeugenden strategischen Ansätzen des HYPOS-Konsortiums, die zum Gelingen der Energiewende beitragen.

Im Rahmen einer Wasserstoff-Modellregion sollen das Chemiestoffnetz, das Erdgasnetz sowie die elektrischen Netze in Ostdeutschland modellhaft miteinander vernetzt werden. Für Barbara Meyer, Abteilungsleiterin im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, gestaltet HYPOS die Zukunft der Energieregion Mitteldeutschland.

HYPOS im Dialog

An zwei Veranstaltungstagen gaben nationale und internationale Wasserstoff-Experten sowie Vertreter von HYPOS-Mitgliedsunternehmen einen Überblick zu den HYPOS-Projekten, über die aktuelle Situation der Erneuerbaren Energien in Ostdeutschland sowie über die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Marktsituation für Grüne Wasserstofftechnologien.

„Wir wollen als HYPOS-Netzwerk kompetenter Ansprechpartner zu allen Themen rund um den Grünen Wasserstoff sein“, so das Vorstandsmitglied Kathrin Goldammer, Geschäftsführerin des Reiner Lemoine Instituts. „Deshalb sind wir daran interessiert, mit Gesprächsformaten wie dem HYPOS-Forum und den HYPOS-Dialogen den Erfahrungsaustausch innerhalb der Wasserstoffbranche zu fördern. Darüber hinaus werden wir uns aktiv einbringen, wenn es um die Gestaltung der Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Zukunftstechnologie Wasserstoff geht.“

 Funktionsmodell einer Wasserstoff-Tankstation mit Wasserstoff-Auto und -Bus

Gut präsentiert: Das Funktionsmodell einer Wasserstoff-Tankstation mit Auto und Bus.

Nick Putzmann | HYPOS e.V.

BMW tankt Grünen Wasserstoff

Tagungsort des 3. HYPOS-Forums war das BMW-Werk Leipzig. Der Autobauer produziert dort nicht nur sein E-Auto i3 und den Hybrid-Sportwagen i8. In der Produktion kommt seit 2013 eine Flotte von elf wasserstoffbetriebenen Flurförderfahrzeugen zum Einsatz. Deren Betrieb und Betankung konnten die Teilnehmer des HYPOS-Forums im Rahmen einer Werksbesichtigung live erleben. Der Grüne Wasserstoff für die Flotte, die bis 2019 um 70 weitere Fahrzeuge ausgebaut werden soll, stammt vom HYPOS-Mitglied Linde Gas aus Leuna.

Derzeit engagieren sich rund 114 Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstitute als VereinsmMitglieder bei HYPOS. Zwei der insgesamt 25 bestätigten HYPOS-Forschungsvorhaben sind abgeschlossen, elf befinden sich in der Umsetzung. 2018 startet HYPOS mit dem Bau einer Plattform zum Test verschiedener Elektrolysetechnologien in Leuna sowie mit der Erforschung unterirdischer Salzkavernen in Bad Lauchstädt als Wasserstoff-Speicherstätte.

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