INKA international

Die Magdeburger INKA-Forschungsgruppe betreibt ihren Wissensaustausch über Ländergrenzen hinweg. Internationale Kooperationen gibt es mit den Besten der Welt auf dem Entwicklungsfeld minimalinvasiver Instrumente und Technologien.

Von einem Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe spricht INKA-Stiftungsprofessor Michael Friebe bezogen auf Forschungskooperationen mit der Johns Hopkins University in Baltimore, der Vanderbilt University in Nashville, der Queensland University of Technology in Brisbane und dem Indian Institute of Technology in Kharagpur. Drei Doktoranden und ein Senior-Postdoktorand seines Lehrstuhls für Intelligente Katheter und bildgesteuerte Therapie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg brachten im vergangenen Jahr von ihren internationalen Forschungsaufenthalten Ergebnisse mit, die weiter verfolgt werden beziehungsweise in internationale MedTech-Produkte münden.

Zielgerichtete Hitzetherapie

Doktorand Robert Odenbach berichtet von neuen Markerstrukturen, die er gemeinsam mit Kollegen in Nashville entwickelt. Die Vanderbilt University ist Vorreiter, was die Forschung in der Endo-Robotik betrifft. Das sind OP-Roboter zur Durchführung minimalinvasiver Eingriffe etwa im Magnetresonanztomographen (MRT). „Um ein Bildsignal zu bekommen, muss das Instrument mit einem Marker präpariert werden. „Je besser sich der Marker an das Gewebe anpasst, umso weniger stört er und kann Bilder mit hoher Auflösungsqualität erzeugen“, erklärt Robert Odenbach. Die neuen Marker bestehen aus einem ölähnlichen Material. Die Kapseln kommen benutzerfertig aus einem 3D-Drucker. „Im Idealfall steht der gleich neben dem MRT“, sagt Odenbach.

Wissenschaftler der INKA-Initiative

Mitglieder des INKA-Teams forschen in internationalen Kooperationen (v.l.): Alfredo Illanes, Michael Friebe, Jens Ziegle, Ali Pashazadeh, Robert Odenbach.

PRpetuum GmbH

Dem Doktoranden Jens Ziegle ging es im Forschungsaustausch mit der Johns Hopkins University um die Ultraschall-Thermometrie. Ziegle hatte ein von INKA entwickeltes Gerät mit nach Baltimore genommen. Das Multielektroden Radiofrequenz-Ablationssystem arbeitet mit zellzerstörender Hitze von über 60 Grad Celsius und kann das zu erhitzende Areal gut vom gesunden Gewebe abgrenzen. „In Kombination mit einem Ultraschallgerät der Johns Hopkins University könnte der Arzt schon während des Eingriffes von außen messen, ob diese Temperatur erreicht ist“, sagt Jens Ziegle und erklärt: „Bislang ist erst Wochen später auf Kontrollaufnahmen zu sehen, ob das Tumorgewebe abgestorben ist.“ Beide Forschungspartner wollen ein gemeinsames Produkt entwickeln. „Das könnte ein Laptop sein, der an ein Ultraschallgerät gekoppelt ist“, sagt Ziegle.

Radioaktive Pflaster

Die Queensland University of Technology gehört zu den führenden Experten, was die künstliche Herstellung von biologischem Gewebe betrifft, um damit krankes Gewebe eines Patienten zu ersetzen oder zu regenerieren. Ali Pashazadeh forscht dort in einem Team, das sich mit radioaktivem Material befasst. Es wird in mehreren Schichten wie ein Pflaster etwa auf Tumorgewebe aufgetragen. „Das Material ist ein Hydrogel, in das radioaktive Teilchen eingeschleust werden“, erklärt der Doktorand. Der Ansatz zur personalisierten Medizin liege darin, dass die Radioaktivität so eingesetzt werden kann, dass sie die DNA des erkrankten Gewebes individuell zielgerichtet zerstört.

Post-Doc Alfredo Illanes ist ein Experte, was die Entwicklung von Algorithmen für intelligente Softwareprogramme betrifft. Seine Forschungskooperation mit den indischen Kollegen vom Institute of Technology beschäftigt sich mit der segmentierenden Signalverarbeitung. Illanes erklärt es anhand der Messung eines Schilddrüsenvolumens bei einem Karzinom. „Für den Radiologen ist es sehr zeitaufwändig, das Ultraschallbild akkurat in die Daten zu „zerlegen“, die er braucht. Das übernimmt die neue Software. Sie errechnet eine schnelle wie auch genaue Diagnose.“

„In diesem Jahr“, verkündet INKA-Professor Michael Friebe, „werden die ausländischen Forschungspartner zu Arbeitsaufenthalten nach Magdeburg kommen.“

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