InnoProfile – Das Programm

Das Programm InnoProfile und sein Nachfolger InnoProfile-Transfer verbindet Nachwuchsforscher mit regionalen Unternehmen und stärkt so systematisch die Innovationsfähigkeit der ostdeutschen Wirtschaft.

Logo des Programms InnoProfile

In den Neuen Ländern ist die wirtschaftliche Entwicklung in besonderem Maße von der Innovationsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) abhängig. Um den Innovationsprozess zu beschleunigen und die Stärken der Regionen vor Ort weiter auf- und auszubauen, setzt das Bundesforschungsministerium mit InnoProfile auf die technologie- und branchenspezifische Zusammenarbeit von wissenschaftlichem Nachwuchs und regionaler Wirtschaft: Nachwuchsforschungsgruppen an Institutionen der öffentlich finanzierten Forschung richten ihren inhaltlichen Fokus auf diejenigen Unternehmen, die das wirtschaftliche Kompetenzprofil ihrer Region prägen, deren Markt- und Technologieentwicklung ein besonderes Potenzial aufweist und die ein wesentlicher Bestandteil der Wertschöpfung in der Region sind oder werden können. Gleichzeitig werden über die Förderung genau die Fachkräfte aus Wissenschaft und Wirtschaft gewonnen, die zukünftig die wirtschaftlichen und technologischen Prozesse der Region mitgestalten.

Antragsberechtigt waren Hochschulen und Einrichtungen der Max-Planck- und Fraunhofer-Gesellschaft, der Hermann-von-Helmholtz- und der Leibniz-Gemeinschaft mit Sitz in den Neuen Ländern. Wie bei allen Förderprogrammen von „Unternehmen Region“ ist auch bei InnoProfile die Förderung nicht auf bestimmte Technologien, Branchen oder Wirtschaftszweige begrenzt. Entscheidend ist das wirtschaftliche und technologische Potenzial für die Region des jeweiligen Antragstellers.

Im Jahr 2014 wurden der InnoProfile-Förderansatz und die Initiativen umfassend extern evaluiert. Die Evaluation bestätigte, dass die Initiativen maßgeblich dazu beigetragen haben, das jeweilige spezifische Innovations-, Forschungs- und Bildungsprofil in den Regionen zu schärfen. In den 42 Nachwuchsforschungsgruppen seien unter anderem circa 2.500 Doktoranden, Studierende und Praktikanten betreut, über 100 Patente angemeldet und 17 Gründungen initiiert worden. Grundlage für die positiven Ergebnisse seien unter anderem die hohe Flexibilität und Freiheit innerhalb der Förderung sowie die strukturellen Programmkriterien in Verbindung mit dem Strategiegedanken gewesen.

Vom offiziellen Start im Jahr 2005 bis zum Ende des Programms im Jahr 2013 stellte das Bundesforschungsministerium den 42 InnoProfile-Initiativen 157 Mio. Euro an Fördermitteln zur Verfügung.

InnoProfile-Transfer

Die Forschungsergebnisse der InnoProfile-Initiativen ermöglichten vielfältige Ansätze für eine wirtschaftliche Verwertung, befanden sich am Ende der Förderphase aber häufig noch im Stadium anwendungsorientierter Grundlagenforschung. Vielen regionalen kleinen und mittleren Unternehmen waren deshalb die Risiken komplett eigenfinanzierter Produkt- oder Verfahrensentwicklungen noch zu hoch. Deshalb hat das Bundesforschungsministerium das Förderprogramm „InnoProfile-Transfer“ aufgelegt, das sich ausschließlich an die bisher im Programm InnoProfile geförderten 42 Nachwuchsgruppen richtet. Es zielt darauf ab,

  • eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Hochschule beziehungsweise Forschungseinrichtung, an der die Nachwuchsgruppe angesiedelt ist, und umliegenden Unternehmen zu sichern,
  • das spezielle Innovationsprofil zu sichern, das in Forschung, Lehre und Nachwuchsgewinnung der Hochschulen bzw. öffentlichen Forschungseinrichtungen aufgebaut worden ist,
  • die Umsetzung von Forschungsergebnissen der Nachwuchsgruppen in Innovationen der regionalen Wirtschaft zu beschleunigen und damit die Innovationskraft der Region zu steigern,
  • die Beteiligung von KMU in Forschungs- und Innovationsprojekten zu erhöhen. Im Unterschied zur vorangegangenen InnoProfile-Förderung zielt InnoProfile-Transfer dabei auch auf das finanzielle Engagement der Unternehmen.

Bis 2019 stellt das Bundesforschungsministerium 122,7 Mio. Euro für aktuell 51 InnoProfile-Transfer-Vorhaben bereit. Diese umfassen

  • 21 Stiftungsprofessuren: An Hochschulen und Forschungseinrichtungen wurden insgesamt 21 Stiftungsprofessuren neu eingerichtet, die über fünf Jahre maßgeblich von den regionalen Unternehmen finanziert werden. Die Stiftungsprofessorinnen und -professoren leiten jeweils eine Nachwuchsforschungsgruppe; diese orientiert sich am Forschungsprofil der jeweiligen InnoProfile-Gruppe und am Vorlaufforschungsbedarf von solchen KMU, die das Wirtschaftsprofil am Standort der Gruppe mitprägen.
  • 23 marktorientierte Verbundprojekte: Die Projekte basieren auf den Forschungen der bisher geförderten InnoProfile-Gruppen mit den KMU ihrer jeweiligen Region. Dabei sind mindestens drei, höchstens jedoch fünf umliegende Unternehmen beteiligt, die in der Mehrzahl der KMU-Definition der Europäischen Kommission gerecht werden.
  • 7 Nachwuchsgruppen: Als Anschlussforschungsprojekte der vorangegangenen InnoProfile-Initiativen orientieren sich die Nachwuchsgruppen am Vorlaufforschungsbedarf von KMU, die das Wirtschaftsprofil am Standort der Gruppe mitprägen.