Kapital fürs kalte Plasma

Kaltes Plasma kann chronische Wunden heilen. Das Greifswalder Medizin-Start-up COLDPLASMATECH feiert damit große Erfolge. Das beindruckt auch Schweizer und Hamburger Investoren.

Kaltes Plasma kann Wunden und entzündliche Hautkrankheiten heilen, wenn andere Therapien nicht mehr helfen. Dieser Forschungsansatz des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie e. V. (INP) in Greifswald setzt sich auch in der medizinischen Praxis mehr und mehr durch. Auf dieser Basis hatten vier INP-Forscher die herausragende Geschäftsidee, eine Lösung für flächige Wunden zu finden, und gründeten das Start-up COLDPLASMATECH. Dafür erhielt das Unternehmen unter anderem den Leibniz-Gründerpreis. Nun sind neue Investoren auf die herausragenden Innovationen aus Greifswald aufmerksam geworden. Der Hamburger Produktions- und Logistikexperte CreoVis und eine Schweizer Unternehmensgruppe investieren jeweils sechsstellige Beträge in das junge Unternehmen.

Der Plasma-Patch

Kaltes Plasma kann selbst multiresistente Mikroorganismen ausschalten und regt die Regenerierung des geschädigten Gewebes an. Mit Hilfe der neu entwickelten, aktiven Wundauflage „Plasma-Patch“ werden Bakterien und resistente Erreger abgetötet – und dies bereits nach wenigen Minuten. Wird diese Wundauflage mehrmals aufgelegt, so beginnt schon nach zwei bis drei Tagen die Wundheilung. „Der PlasmaPatch passt sich Körperoberflächen an und entfaltet so über eine größere Fläche gleichmäßig die heilungsfördernde Wirkung“, erklärt Stephan Krafczyk, Wirtschaftsingenieur und einer der Unternehmensgründer. Auch unter Raumluftbedingunen funktioniert die Plasmabehandlung. „Wir sind begeistert von den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten der High-Tech Wundauflage. Trotz der Komplexität dieser Technologie ist das Produkt einfach anwendbar. Dadurch wird die Innovation endlich für den Massenmarkt erreichbar“, resümiert Marco Schmidt, Geschäftsführer der CreoVis.

Foto mit schwarzem Hintergrund. In der Mitte befinden sich quadratisch angeordnete lila leuchtende Stäbe. Das Foto stellt eine Nahaufnahme des PlasmaPatch dar.

PlasmaPatch - Die neuartige Wundauflage erzeugt ein hautverträgliches, blau leuchtendes Plasma, das Mikroorganismen inaktiviert und zusätzlich die Regenerierung des geschädigten Gewebes anregt.

COLDPLASMATECH GmbH

Plasma geht in Serie

Ziel der Greifswalder ist die Zulassung zum Medizinprodukt – mit der zusätzlichen Finanzierung vielleicht schon bald Realität. Der PlasmaPatch soll in die Serienfertigung und -anwendung. Noch dieses Jahr wird das Unternehmen die nötigen klinischen Studien durchführen. „Wir setzen aktuell eine große Studie mit unseren klinischen Partnern auf und arbeiten zusammen mit Kostenträgern unter Hochdruck an der Bereitstellung der Technologie“, erklärt COLDPLASMATECH-Geschäftsführer und Gründer Carsten Mahrenholz.

Sechs Männer lachen in die Kamera. Das Bild ist ein Selfie.

V.l., vorne: Jochen Kaufholt (CreoVis), Carsten Mahrenholz, Marco Schmidt (CreoVis),
v.l., hinten: Helge Lewerenz, Stephan Krafczyk, Tobias Güra

COLDPLASMATECH GmbH

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