Land, Meer und Moor können noch mehr

Agrarflächen, Moorgebiete und die Ostsee prägen den dünn besiedelten Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns. Schon heute boomt der Tourismus. Doch Vorpommern hat noch mehr zu bieten: die nachhaltige Nutzung der biologischen Ressourcen aus der Natur.

Ostseestrand

Der Tourismus an der Ostsee boomt. In Zukunft soll auch die Bioökonomie zum Erfolgsmodell werden.

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Das Greifswalder Bündnis „PLANT3 – Wissen. Innovation. Wandel“ setzt auf nachwachsende Rohstoffe, die aus dem Land, dem Moor und dem Meer gewonnen werden. Dieser zukunftsweisende Ansatz soll maßgeblich einen regionalen Strukturwandel auslösen.

PLANT3 gehört zu den ausgewählten Bündnissen aus dem Programm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“. An dem Projekt sind die Universität Greifswald, die WITENO GmbH, die Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern und die Enzymicals AG beteiligt. Während der Konzeptphase konnten weitere Partner aus Unternehmen und Forschung eingebunden werden.

Zukunftsthema Bioökonomie

Als Modellregion für Bioökonomie eignet sich der Nordosten hervorragend, da sind sich die Projektpartner einig. Denn die Innovationsfelder Land, Moor und Meer sind reich an nachwachsenden Rohstoffen. Die Verarbeitung von Stroh vom Feld, Algen aus dem Meer oder Schilf aus dem Moor können zu hochwertigen Produkten führen, die dem Verbraucher nutzen und gleichzeitig eine nachhaltige Alternative zu fossilen Rohstoffen darstellen. „Wir tragen zu einer verantwortungsvollen Produktion bei. Und wir sorgen dafür, dass das Leben im Meer erhalten bleibt und dass die Böden nachhaltig bewirtschaftet werden“, sagt Stefan Seiberling vom Zentrum für Forschungsförderung und Transfer der Universität Greifswald. Bioökonomie mit dem Ziel eines gesellschaftlichen Wandels ist für ihn schlichtweg eine Notwendigkeit.

Moorlandschaft in Norddeutschland

Biomasse aus Moorlandschaften kann ein wertvoller Energiespender sein.

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Proteine, Fasern und Zucker

Aus den Samen der Blauen Süßlupine etwa lassen sich wertvolle Proteine gewinnen und vielfach in der industriellen Lebensmittelherstellung verwenden. Interessant für alle Verbraucher, die eine Alternative zu tierischem Eiweiß oder zu Soja suchen. In Vorpommern gibt es bereits ein erfolgreiches Netzwerk, an das die Projektpartner anknüpfen wollen.

Auf ganz andere Art lassen sich Moore bewirtschaften. Hier kommt die sogenannte Paludikultur zum Tragen, die Verwertung von Biomasse aus Niedermooren. Die geerntete Biomasse kann direkt als Ballen verwertet oder zu Pellets und Briketts weiterverarbeitet werden und ist ein wertvoller Energiespender. Der aus dem Moor gewonnene Rohrkolben ist durch sein luftgefülltes Gewebe ein hervorragender Dämmstoff. Als starker Partner ist im Bündnis das Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald vertreten.

Bei der Nutzung des Meeres schließlich stehen marine Polysaccharide im Fokus. Das sind Mehrfachzuckerverbindungen, die von Meeresalgen gebildet werden. Dabei handelt es sich um Mikroalgen, die in den warmen Jahreszeiten in der Ostsee wachsen. Diese Zuckerverbindungen haben ein vielversprechendes Potenzial und sind Forschungsschwerpunkt vom Thomas Schweder am Greifswalder Institut für Pharmazeutische Biotechnologie, ebenfalls einer der Partner von PLANT3.

Dies sind nur drei Beispiele für pflanzliche Ressourcen in Vorpommern,  die das Bündnis nutzen will, um einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und zu grünem Wachstum zu leisten und um einen Strukturwandel in der Region herbeizuführen.

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