Lernobjekte und Leinwandhelden

Intelligente Materialien sind derzeit hoch im Kurs. Gerade ist die „forschungswerkstatt smart materials“ in den Technischen Sammlungen Dresden eröffnet worden. Nun kommen mehrere Exponate von smart³ auf einem internationalen Filmset zum Einsatz.

„My Zoe“ heißt die deutsch-englische Koproduktion, die gerade in Berlin und Moskau gedreht wird. Die französische Schauspielerin Julie Delpy ist Hauptdarstellerin und Regisseurin. Zur Besetzung gehören auch Stars wie Daniel Brühl und Gemma Arterton. Da die Geschichte zehn Jahre in der Zukunft spielt, suchten die Filmemacher nach futuristischen und gleichzeitig realistischen Technologien für das Set. Beim Zwanzig20-Konsortium smart3 haben sie nicht nur kompetente Berater gefunden, sondern auch überzeugende Demonstratoren, die nun im Film prominent in Szene gesetzt werden sollen. Dazu gehört der „Solar Curtain“, der seine blütenförmigen Lamellen, je nach Wärmeentwicklung, mithilfe von Formgedächtnisdrähten öffnen und schließen kann.

Abbildung Solar Curtain

Intelligenter Sonnenschutz: Der „Solar Curtain“ öffnet und schließt seine blütenförmigen Lamellen, je nach Wärmeentwicklung, mithilfe von Formgedächtnisdrähten.

Fraunhofer IWU

Außerdem wird „Physiognomia“ bei „My Zoe“ zu sehen sein. Das System registriert schlechte Körperhaltungen durch Sensoren, die in Textilien integriert sind. Ist der Rücken krumm – zum Beispiel bei längerem Sitzen am Computer – erscheint auf dem Bildschirm die Erinnerung, sich aufzurichten.

In zwei Monaten soll der Film abgedreht sein und wird im kommenden Mai beim Internationalen Filmfestival in Cannes seine Premiere feiern.

Sehen, Fühlen, Selber Bauen

Was sind Piezo-Keramiken und wie funktionieren eigentlich Formgedächtnismaterialien? Solche intelligenten Materialien sind in vielen Produkten verbaut, die uns täglich umgeben. Doch wer nicht gerade Werkstoffwissenschaften studiert hat, weiß wenig darüber. Die „forschungswerkstatt smart materials“ in den Technischen Sammlungen Dresden will genau dieses Wissen vermitteln. Statt grauer Theorie gibt es hier Exponate zum Anfassen und Ausprobieren. In Workshops können Kinder sogar selbst Apparaturen mit intelligenten Materialien bauen. „Sie sollen diese Werkstoffe schon frühzeitig kennenlernen und wissen, was sie damit anstellen können“, sagt Mattes Brähmig vom Netzwerk smart3

Verschiedene Materialen und Geräte aus der Forscherwerkstatt

Was sind intelligente Materialien, woraus bestehen sie? In der „forschungswerkstatt smart materials“ können die Besucher anfassen, ausprobieren und dabei lernen.

Technische Sammlungen Dresden

Und auch Erwachsene können hier vieles über die Herkunft und Funktion intelligenter Materialien erfahren. Die interaktive Ausstellung haben Ingenieure des Dresdner Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU gemeinsam mit den Technischen Sammlungen, Designern der „weißensee kunsthochschule berlin“ und der Stiftung Bauhaus Dessau entwickelt. Damit wollen die smart3-Netzwerker die Akzeptanz und Wertschätzung solcher zukunftsträchtigen Werkstoffe steigern. „Im besten Fall sollen smart materials mal so etwas werden wie das neue GORETEX“, meint Brähmig, „Das heißt, die Leute kaufen diese Produkte, weil sie durch intelligente Materialien einen Mehrwert bekommen.“ Welcher Mehrwert das sein kann, ist noch bis Oktober in den Technischen Sammlungen Dresden hautnah zu erleben.

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