Neue Perspektiven für den Wandel

Das Förderprogramm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ startet in die Umsetzungsphase. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek erwartet davon „Impulse für den Strukturwandel in Ostdeutschland“.

Holztisch vor Waldlandschaft

Ab dem 1. April 2019 werden 20 ostdeutsche Bündnisse mit innovativen Ansätzen den Strukturwandel in ihren Regionen vorantreiben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert diese Initiativen und deren Umsetzung im Programm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“. Die 20 erfolgreichen Bündnisse haben sich in einem zweistufigen Auswahlverfahren durchgesetzt. Über einhundert Bewerber hatten im Oktober 2017 Skizzen für das Programm eingereicht. 32 von ihnen erhielten die Gelegenheit, strategische Innovationskonzepte für ihre jeweilige Region zu entwerfen, die anschließend von mehreren Experten bewertet wurden. Nun haben die Bündnisse ihre Ideen persönlich einer Jury in Berlin vorgestellt. Mit Blick auf den großen Erfolg des Programms und seine Relevanz für den Strukturwandel hat das BMBF die Förderung auf 200 Millionen Euro aufgestockt.

„Entwicklungen in Gang setzen“

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek betonte: „Mit klugen Ideen und Innovationen können Regionen den Strukturwandel erfolgreich gestalten. Diesen Prozess unterstützt das BMBF mit dem Förderprogramm ‚WIR!‘. Die ausgewählten Bündnisse haben innovative Konzepte mit völlig unterschiedlichen Lösungsansätzen entwickelt. Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft arbeiten dabei eng zusammen – aus einzelnen Ideen wird so ein echtes ‚WIR!‘, das auch weit über die Region hinaus sichtbar werden kann.“

Auch die Juryvorsitzende Dr. Jeanne Rubner, Redaktionsleiterin „Wissen und Bildung aktuell“ beim Bayerischen Rundfunk, zeigte sich von der hohen Qualität der erfolgreichen Bewerbungen beeindruckt: „Wir sind von den 20 ausgewählten WIR!-Projekten überzeugt und haben unsere Entscheidung in der Jury einvernehmlich getroffen. Nun liegt es an den Bündnissen, mit ihrem Engagement vor Ort in den nächsten Jahren wichtige Entwicklungen in Gang zu setzen und damit auch ihr regionales Umfeld zu inspirieren und zu motivieren.“

Neue Strategien für unterschiedliche Regionen

WIR!-Jury

Die WIR!-Jury im Tagungszentrum der Bundespressekonferenz: Joachim Ragnitz, Karoline Beck, Jeanne Rubner, Klaus Burmeister, Ricarda Bouncken, Peter Claussen, Michaela Trippl (v.l.n.r.).

BMBF/Innovation & Strukturwandel/Thilo Schoch

Den themen- und technologieoffenen Ansatz, den das BMBF mit dem Förderprogramm „WIR!“ verfolgt, spiegelt die Bandbreite der erfolgreichen Bewerbungen wider: Die Innovationsfelder reichen von der Bioökonomie über neue Materialien und Rohstoffeffizienz bis hin zur Gesundheitsversorgung in ländlichen Räumen. Dabei stammen die ausgewählten Bündnisse aus ganz unterschiedlichen Regionen, die alle fünf ostdeutschen Flächenländer abdecken: Dazu zählen unter anderem die Lausitz und der Südharz, aber auch der Landkreis Mittweida oder das nordöstliche Küstenhinterland.

Das Förderprogramm „WIR!“ zielt vor allem auf Regionen, die noch nicht zu den sichtbaren Innovationszentren gehören. Die regionalen Bündnisse sind breit aufgestellt – sie vereinen Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Organisationen. Diese Akteure überwinden gemeinsam die Grenzen von Disziplinen und Branchen und erproben neue strategische Ansätze. Mit ihren Initiativen fördern sie die Zusammenarbeit auf Augenhöhe, stärken die Innovationsfähigkeit insbesondere junger, kleiner und mittlerer Unternehmen, bilden neue Fachkräfte aus und halten diese in der Region.

Tisch vor Waldlandschaft

Jedem WIR!-Bündnis stehen in der gut fünfjährigen Umsetzungsphase bis zu fünfzehn Millionen Euro zur Verfügung. Etwa zwei Jahre nach dem Beginn der Umsetzungsphase erfolgt eine Zwischenbewertung, in der über die Weiterführung der Förderung entschieden wird.

„WIR!“ ist das Pilotprogramm der neuen Programmfamilie „Innovation & Strukturwandel“ des BMBF. Eine zweite Förderrunde ist noch für 2019 geplant und wird sich dann an strukturschwache Regionen in Ost- und Westdeutschland richten.