Neues Zentrum für Proteinforschung

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) hat ein neues Proteinforschungszentrum. Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka kam auch zur Eröffnungsfeier in Halle/Saale.

„Ich wünsche mir, dass die hochgradig vernetzte Spitzenforschung, die Sie hier betreiben, durch das neue Zentrum einen weiteren Schub erfährt“, sagt Johanna Wanka bei der Eröffnung am 28. August. Neben Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder und Udo Sträter, dem Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hält auch Milton T. Stubbs als Sprecher des Proteinforschungszentrums den symbolischen Schlüssel für den Neubau in der Hand. Seit über 30 Jahren ist er in der Proteinforschung tätig. Grund zur Freude hat er zudem als Direktor des ZIK „HALOmem – membrane protein structure & dynamics“, das hier einzieht.

Prof. Dr. Udo Sträter, Rektor der MLU, ZIK-Direktor Prof. Dr. Milton T. Stubbs, Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka und Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder (v.l.) halten den symbolischen Schlüssel.

Prof. Dr. Udo Sträter, Rektor der MLU, ZIK-Direktor Prof. Dr. Milton T. Stubbs, Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka und Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder (v. l.) halten den symbolischen Schlüssel.

Uni Halle / Maike Glöckner

Die Proteinbiochemie ist ein Forschungsschwerpunkt der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit internationaler Ausstrahlungskraft. Seine Besonderheit ist der hohe Praxisbezug, insbesondere zu medizinischen Anwendungen – Gründe, warum das ZIK HALOmem vom Bundesforschungsministerium gefördert wird. Der 43 Millionen Euro teure Bau ist vom Bund und vom Land Sachsen-Anhalt finanziert.

„Dass jetzt Forscher und Entwickler unter einem Dach arbeiten können, stärkt den universitären Forschungsschwerpunkt Biowissenschaften – Makromolekulare Strukturen und biologische Informationsverarbeitung. Durch die räumliche Nähe der einzelnen Arbeitsgruppen lassen sich künftig noch besser gemeinsame Forschungsprojekte planen und realisieren“, freut sich Uni-Rektor Udo Sträter. „Wenn das gelingt, haben wir das Geld hier großartig angelegt“, kommentiert Finanzminister André Schröder gut gelaunt.

Aufnahme des Proteinforschungszentrums von außen

Auf dem Weinbergcampus der MLU wurde das neue Proteinforschungszentrum eingeweiht.

Uni Halle / Maike Glöckner

Bündelung der Kompetenzen

Das Proteinzentrum hat eine Nutzfläche von rund 5.400 Quadratmetern. In dem modernen Forschungsneubau werden zirka 255 Beschäftigte aus zwölf Arbeitsgruppen der Naturwissenschaftlichen Fakultäten sowie der Medizinischen Fakultät tätig sein und gemeinsam aktuelle Fragen der Proteinbiochemie bearbeiten. „Es ist ein großer Vorteil für unsere interdisziplinäre Arbeit, dass die drei ZIK-Nachwuchsgruppen jetzt auf einer Etage arbeiten können“, sagt HALOmem-Direktor Milton T. Stubbs. Dem ZIK stehen im Neubau modernste Geräte unter anderem auf den Gebieten der Röntgenstrukturanalyse, der NMR-Spektroskopie, der Peptidchemie, der Massenspektrometrie und der hochauflösenden Lichtmikroskopie zur Verfügung.

Neben den 125 Laboren bietet der Neubau 62 Büros sowie mehrere Besprechungs- und Konferenzräume. In der zweiten Jahreshälfte 2018 soll das Zentrum vollständig in Betrieb genommen werden.

Pionier der Proteinforschung

Das Proteinzentrum ist nach dem jüdischen Wissenschaftler Charles Tanford (1921-2009) benannt. Der Pionier der Proteinforschung wurde unter dem Namen Karl Tannenbaum in Halle geboren. Seine Familie emigrierte 1929 nach England und änderte dort ihren Familiennamen. Charles Tanford ging in die USA und verbrachte dort sein gesamtes wissenschaftliches Leben. Er erforschte insbesondere die Stabilität der Proteinstruktur. Familie Tanford verfolgt interessiert das Baugeschehen in Halle und hat für 2018 ihren Besuch angekündigt.

WEITERE INFORMATIONEN