Offen für alle

Über 100 interessierte Besucher sind zum Open Day des Zentrums für Innovationskompetenz „ICCAS“ in Leipzig gekommen. Hautnah konnten sie dort neuartige, computergestützte Medizintechnik erleben.

Wie können Krebszellen mit Hilfe von fokussiertem Ultraschall besser erkannt und effektiver behandelt werden? Wie lässt sich die Lungenfunktion von Unfallopfern mit einem mobilen Gerät überwachen? Und wie sieht der intelligente Operationssaal der Zukunft aus? Diese und viele andere Fragen erläuterten die ICCAS-Wissenschaftler den zahlreich erschienenen Besuchern beim Tag der offenen Tür. Verschiedene Stationen luden dazu ein, die am ICCAS entwickelte Hard- und Software kennenzulernen. Mit sehr anschaulichen Modellen demonstrierten die Forscher ihre IT-gestützten medizinischen Technologien. So dienten zum Beispiel mit Wasser gefüllte Gefäße als Lungen-Modelle, an denen die Wissenschaftler ein neues mobiles System für die elektrische Impedanz-Tomografie erläuterten. Das System soll zu einem Gurt weiterentwickelt werden, mit dem die Lungenfunktion von Verletzten direkt am Unfallort überwacht werden kann.

Peter Salz erläutert das Prinzip der Elektrischen Impedanz-Tomographie zur Überwachung der Lungenfunktion anhand eines Modells.

Peter Salz erläutert das Prinzip der Elektrischen Impedanz-Tomographie zur Überwachung der Lungenfunktion anhand eines Modells.

ICCAS

Präziser navigieren

Einer der Höhepunkte des Open Day war ein Roboter-Arm, der mit Hilfe von Ultraschall Gewebe entnehmen kann. Vor allem an schwer zugänglichem Stellen kann diese Technik den Arzt unterstützen und bietet gleichzeitig höchste Präzision. Bisher müssen die Mediziner mit einer Hand das Ultraschallgerät halten, während sie mit der anderen Hand die Biopsienadel führen. Bei der neuen Technologie bringt der Roboterarm die Nadel, die mit dem Ultraschall verbunden ist, an die exakte Stelle. Via Tablet kann der Arzt dann den Roboterarm zur Gewebe-Entnahme navigieren.

Die ICCAS-Forscher dürfen den gemeinsam mit der Kuka AG entworfenen Roboterarm jetzt auf einem renommierten internationalen Symposium in London präsentieren. Dort nehmen sie am Finale der Surgical Robotic Challenge teil.

Johann Berger zeigt, wie der Roboter-Arm für eine Gewebe-Entnahme mit Hilfe eines Tablets navigiert werden kann.

Johann Berger zeigt, wie der Roboter-Arm für eine Gewebe-Entnahme mit Hilfe eines Tablets navigiert werden kann.

ICCAS

Leichter entscheiden

Neben den sehr anschaulichen Modellen zeigte das ICCAS-Team auch seine Software-Entwicklungen. Dazu gehören das System oncoflow, das bereits im Tumorboard des Leipziger Uniklinikums zum Einsatz kommt, und das Digitale Patientenmodell, das Ärzten dabei hilft, die beste, individuelle Therapie für den Patienten zu finden. Auch daran waren die Besucher des Leipziger Innovationszentrums sehr interessiert und zeigten sich begeistert von den Technologien, die Hoffnung auf bessere medizinische Therapien in der Zukunft machen.

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