Pioniere des Wandels

Kann der Strukturwandel nur ertragen oder doch gestaltet werden? Das im aktuellen Koalitionsvertrag prominent platzierte BMBF-Programm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ will Akteure mit Antworten auf diese Frage finden.

„Sie werden Geschichte schreiben!“, ruft Hans-Peter Hiepe den rund 150 Gästen von der Bühne des Berliner Umweltforums zu. Der Referatsleiter im Bundesforschungsministerium (BMBF) meint damit die Initiatoren und Macher der 32 WIR!-Bündnisse, die den Strukturwandel in ihren Regionen in den kommenden Jahren vorantreiben wollen. Über 100 Initiativen hatten sich ursprünglich um die Aufnahme in das WIR!-Programm beworben, die besten von ihnen stehen nun vor einer komplexen Aufgabe: Bis Ende Oktober dieses Jahres haben die Bündnisse nun Zeit, aus ihren bisher positiv bewerteten Ideenskizzen gut strukturierte, inhaltlich umfassende und strategisch hervorragende Konzepte für einen Wandel durch Innovation in ihrer Region zu formulieren. Aus diesen Strategiekonzepten wird dann eine Expertenjury die überzeugendsten aussuchen und für eine mehrjährige millionenschwere Förderung vorschlagen.

„Gerne darf es auch radikaler sein“

Um die 32 Bündnisse auf die Herausforderungen der nächsten Monate einzustimmen, sie auf ihrem Weg zu unterstützen und offene Fragen zu beantworten, hat das Bundesforschungsministerium an diesem 24. April zur Kick-off-Veranstaltung für die WIR!-Konzeptphase in die Hauptstadt geladen.

Wie sich der regionale Strukturwandel durch Innovationen gestalten lässt, erläutert den Bündnisvertretern Michaela Trippl. Eine wichtige Erkenntnis der Professorin für Wirtschaftsgeographie an der Universität Wien: Noch immer werde zu oft auf monothematische Cluster gesetzt; werde Innovation vor allem als technische Entwicklung verstanden, obwohl doch gerade soziale, gesellschaftliche und Innovationen in Dienstleistungen massiv am Markt nachgefragt würden: „Hier braucht es neues Denken. Gerne darf es auch radikaler sein.“

Impression der WIR!-Kick-off-Veranstaltung

Referatsleiter Hans-Peter Hiepe begrüßt die Gäste.

BMBF/Innovation&Strukturwandel/Thilo Schoch

Impression der WIR!-Kick-off-Veranstaltung

Etwa 150 Teilnehmer aus 32 WIR!-Bündnissen sind nach Berlin gekommen.

BMBF/Innovation&Strukturwandel/Thilo Schoch

Impression der WIR!-Kick-off-Veranstaltung

Michaela Trippl erläutert, wie sich regionaler Strukturwandel durch Innovationen gestalten lässt.

BMBF/Innovation&Strukturwandel/Thilo Schoch

Impression der WIR!-Kick-off-Veranstaltung

Impression des WIR!-Kick-offs.

BMBF/Innovation&Strukturwandel/Thilo Schoch

Impression der WIR!-Kick-off-Veranstaltung

In seiner Keynote spricht Johann Füller über ...

BMBF/Innovation&Strukturwandel/Thilo Schoch

Impression der WIR!-Kick-off-Veranstaltung

... "die Prinzipien von Open Innovation in der realen Welt".

BMBF/Innovation&Strukturwandel/Thilo Schoch

Impression der WIR!-Kick-off-Veranstaltung

Impression des WIR!-Kick-offs.

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Impression der WIR!-Kick-off-Veranstaltung

Impression des WIR!-Kick-offs.

BMBF/Innovation&Strukturwandel/Thilo Schoch

Impression der WIR!-Kick-off-Veranstaltung

Thomas Reimann vom Projektträger Jülich liefert den Bündnissen wichtige Informationen für die Konzeptphase.

BMBF/Innovation&Strukturwandel/Thilo Schoch

Impression der WIR!-Kick-off-Veranstaltung

Impression des WIR!-Kick-offs.

BMBF/Innovation&Strukturwandel/Thilo Schoch

Impression der WIR!-Kick-off-Veranstaltung

Impression des WIR!-Kick-offs.

BMBF/Innovation&Strukturwandel/Thilo Schoch

Wie kann die Zukunft aussehen?

Neues Denken bringen die 32 WIR!-Bündnisse bereits mit – das zeigen die kreativen und vielfältigen Themenschwerpunkte aus den unterschiedlichen Regionen: Da geht es beispielsweise um die Zukunft der Lausitz, die schon heute mehr kann als Kohle. Oder um Ideen für die Vielzahl kleiner Handwerksbetriebe, deren Alltag kaum Luft für Innovation lässt. Und natürlich spielen auch so schöne wie lebenswerte Regionen eine Hauptrolle, die oft so lustlos bürokratisch als ländlicher Raum beschrieben werden. Wie kann hier die Zukunft aussehen, die Lebensqualität bis ins Alter sichert und junge Neugierige magisch anzieht?

Es geht um die Wurst

Mögliche Ansatzpunkte dafür liefert Johann Füller in seiner Keynote „Die Prinzipien von Open Innovation in der realen Welt“. Der Professor für Innovation & Entrepreneurship an der Universität Innsbruck und CEO der Innovationsagentur HYVE zeigt, wie man mit ungewöhnlichen Ideen ganz konkrete Innovationen anschieben kann. So entstand etwa auf einem Webportal die Idee für eine Notfallambulanz auf zwei Rädern, die nun in der staugeplagten indonesischen Millionenstadt Bandung zum Einsatz kommen soll; oder der Innovationswettbewerb „Speck mal anders“ der Online-Plattform „Open Innovation Südtirol”: 72 aktive Teilnehmer lieferten 92 Ideen, wie sich Südtiroler Wurstspezialitäten in innovative, kulinarische Mitbringsel verwandeln lassen.

Um die Wurst geht es nun auch für die 32 WIR!-Bündnisse, die viele neue Ideen aus Berlin mit in ihre Regionen zurückbringen dürften.