Smarte Daten

Großunternehmen und Konzerne haben intelligente, datenbasierte Services schon länger im Angebot. Wie auch kleine und mittlere Unternehmen von dem Trendthema profitieren können, zeigt das Innovationsforum Mittelstand „Smart Services KMU“.

Kraftfahrzeuge, Windräder, Produktionsanlagen – schon heute erfassen Sensoren an unterschiedlichsten Maschinen und Anlagen enorme Datenmengen. Schwingungen, Temperaturen, Feuchtigkeit und weitere Messdaten werden systematisch aufgezeichnet und mithilfe intelligenter Verfahren ausgewertet. Daraus lassen sich unter anderem Informationen für nötige Wartungsarbeiten ableiten und kostspielige Ausfälle vermeiden. Doch wie können gerade auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) datenbasierte Services nutzen? Wie lassen sich aus den gewonnenen Daten Zusatzdienstleistungen im industriellen und in anderen Bereichen generieren? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich das Innovationsforum Mittelstand „Smart Services KMU“. Zur Auftaktveranstaltung in Stuttgart trafen nun (potenzielle) Anbieter und Technologiehersteller auf Forschende und Interessenvertreter.

Gruppenfoto von Dozenten und Gästen

Dozenten und Gäste des Innovationsforums Mittelstand „Smart Sercvices KMU“.

Ute Reuter

Messenger für das Handwerk

Interessante Anwendungsbereiche gibt es nicht nur in der Industrie. Wer einmal einen Einblick in die Arbeitsabläufe auf einer Baustelle gewinnen konnte, weiß: Auch hier fallen Unmengen von Daten an, von Aufmaßen, Protokollen bis hin zu Sonderwünschen, Gefahren und Mängeln. Wurden diese in der Vergangenheit oft gar nicht oder von Hand aufbereitet, gibt es dafür heute eine datenbasierte Anwendung, die Firmengründer Dirk Stefen den rund 70 Foren-Teilnehmern in Stuttgart präsentierte. Die App „myCraftnote“ digitalisiert die Prozesse von Handwerkern auf Baustellen und ermöglicht so eine vollständig digitale Projektdokumentation. Sie ist an das Design bekannter Messenger angelehnt und erlaubt es den Nutzern auch, Nachrichten und Bilder von der Baustelle oder Dokumente in Gruppen zu posten. Auf diese Weise haben alle Beteiligten darauf Zugriff.

Workshopteilnehmer arbeiten gemeinsam an Ideen.

In mehreren Workshops entstehen Ideen und erste Konzepte.

Ute Reuter

Erfolgreiche Start-ups wie myCraftnote zeigen: In den unterschiedlichsten Branchen wächst derzeit das Interesse an Smart Services. Doch wie lässt sich mit dem Sammeln von Daten, der intelligenten Auswertung und Bereitstellung konkret Geld verdienen? Für kleine und mittlere Unternehmen wird das beim Thema Smart Services eine zentrale Zukunftsfrage sein – das wurde quer durch alle Diskussionen des Innovationsforums klar. Für Oktober ist deshalb bereits ein Anwenderworkshop „Entwicklung von Smart-Service-Geschäftsmodellen“ angesetzt.

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