Thüringer Forschungspreis 2018 für Ilmenauer Team

Die InnoProfile-Transfer-Initiative „IKWI-Transfer“ hat den Thüringer Forschungspreis 2018 gewonnen. Mit ihren Arbeiten verhelfen die Ilmenauer Wissenschaftler Mikroskopen zu bislang unerreichter Genauigkeit.

Detailaufnahme eines Rasterkraft-Mikroskops.

Mit ihren Forschungsleistungen heben die Ilmenauer Forscher die Rasterkraft-Mikroskopie auf eine neue Stufe.

TU Ilmenau/Christian Diethold

Für ihre Forschungsleistungen zu einem „Präzisen Kalibriersystem für Mikro‐ und Nanokraftsensoren“ ist IKWI-Transfer mit dem Thüringer Forschungspreis 2018 in der Kategorie „Angewandte Forschung“ ausgezeichnet worden. Das Team um Thomas Fröhlich, Falko Hilbrunner und Michael Kühnel erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro. Den Wissenschaftlern vom Institut für Prozessmess- und Sensortechnik der TU Ilmenau ist es gelungen, die Rasterkraft-Mikroskopie auf eine neue Stufe zu heben. Ihre InnoProfile-Transfer-Initiative „IKWI-Transfer – Neuartige Anwendungsfelder innovativer Kraftmess- und Wägetechnik“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen von „InnoProfile-Transfer“ gefördert.

Einmalig niedrige Messunsicherheit

Die Rasterkraft-Mikroskopie hat sich in den letzten 15 Jahren in der Mikro- und Nanosystemtechnik zu einer Standard-Analysemethode entwickelt. Sie erlaubt Aufnahmen mit millionenfacher Vergrößerung und lässt sogar einzelne Atome erkennbar werden. Ihr Herzstück ist eine mikroskopisch kleine Abtastnadel, die nicht länger ist, als ein menschliches Haar dick ist. Die Ilmenauer haben nun ein innovatives Kraftkalibriergerät entwickelt, das die Abtastnadel hochpräzise vermessen kann. Die Messunsicherheit sinkt dabei auf weltweit einmalige 0,3 Prozent.

Das neue Ilmenauer Kalibriergerät wird künftig in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig genutzt. Die damit überaus exakt kalibrierten Mikrokraftsensoren sollen in der Biologie, Biophysik und in der Medizin – beispielsweise in der Krebsforschung – zum Einsatz kommen.