Traditionelles Verfahren – zeitgemäße Technologie

Auch im digitalen Zeitalter wird das klassische Tiefdruckverfahren noch genutzt. Die Herstellung der Druckformen ist jedoch aufwändig und teuer. Das WK Potenzial „adaptoPRINT“ will das ändern.

Große Stahlzylinder mit Kupferbeschichtung, um die 100 Kilogramm schwer, liegen in der Sächsischen Walzengravur GmbH in Frankenberg zur Auslieferung bereit. Auftraggeber sind Druckereien, die solche Zylinder unter anderem für die Gestaltung von Verpackungen oder Tapeten nutzen. Der Tiefdruck hat sich bereits im 19. Jahrhundert aus dem Kupferstich entwickelt. Noch heute werden die zu druckenden Motive in die Zylinder graviert. In den Vertiefungen hält sich die Farbe, die dann auf Papiere oder Folien gedruckt wird. Der Qualitätsstandard ist sehr hoch, Aufwand und Kosten allerdings auch.

Kunststoff statt Kupfer

Das sächsisch-thüringische Team von adaptoPRINT will das Verfahren zur Herstellung der Tiefdruckzylinder mit einer neuartigen Beschichtung effizienter und kostengünstiger gestalten. Statt des teuren Kupfers soll rohstoffsparender Kunststoff zum Einsatz kommen. Chemiker am Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung Leipzig haben verschiedene Materialien getestet und ein Komposit aus Acrylaten und Nanopartikeln gefunden, das sich besonders gut dafür eignet. Auf dem Zylinder wird die Beschichtung mit UV-Strahlung gehärtet. Dafür hat der Leipziger Unternehmenspartner Innovative Oberflächentechnologien GmbH bereits eine Pilotanlage gebaut und getestet. Die Ergebnisse sind überzeugend: Die Beschichtung aus Kunststoff ist genauso glatt und abriebfest wie die aus Kupfer. Mit einer sehr schnellen Laser-Technologie kann der Kunststoff dann graviert werden. Die Gravur braucht keine Verchromung und keine Nachbehandlung mehr, um die Druckform zu erhalten. So lassen sich Arbeitsschritte sparen und gleichzeitig die Umwelt schonen. Da sich die Kunststoffbeschichtung wieder ablösen und rasch neu auftragen lässt, bekommt das Tiefdruckverfahren eine viel höhere Flexibilität. Außerdem reduziert sich das Gewicht des Zylinders.

Foto des von adaptoPRINT entwickelten kunststoffbeschichteten Zylinders für das Tiefdruckverfahren

Kleiner, leichter, günstiger: Der von adaptoPRINT entwickelte kunststoffbeschichtete Zylinder könnte das Tiefdruckverfahren revolutionieren.

PRpetuum GmbH

Fortsetzung folgt

Erste Probedrucke auf ebenen Oberflächen sehen vielversprechend aus. Die WK-Potenzial-Partner wollen die Qualität jedoch noch weiter verbessern, um die Technologie langfristig in den Markt einführen zu können. Drucke von transparenten, leitfähigen organischen Schichten gelingen noch nicht zufriedenstellend. Auch daran will das adaptoPRINT-Team langfristig arbeiten. Das nächste Ziel ist deshalb klar gesteckt: die Etablierung eines Wachstumskerns.

Foto der ersten Druckproben mit dem neuen Zylinder

Gute Qualität: Die ersten Druckproben mit dem neuen Zylinder waren erfolgreich.

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