Wasserdichte Datenanalyse

Im Zeitalter von Big Data wird es immer schwieriger, die Herkunft von Daten nachzuvollziehen. Zu ihrer Einordnung ist dies jedoch wichtig. Bei „Provenance Analytics“ werden neue Technologien zur Datenprotokollierung entwickelt.

An dem komplexen Vorhaben arbeiten Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Thüringen, Bayern und Nordrhein-Westfalen seit einem Jahr zusammen. In Weimar haben sie sich nun zu einem Workshop getroffen, um erste Ergebnisse zu diskutieren. Teil des Teams sind Wissenschaftler der Universität Passau, die sich mit Daten aus sozialen Netzwerken beschäftigen. Aus deren Herkunft können soziale Strukturen und Verknüpfungen abgeleitet werden, ohne dabei die Privatsphäre zu verletzen. Die Datenanalyse ermöglicht Voraussagen darüber, wann und wohin sich Leute bewegen, zum Beispiel zu großen Musikevents oder einfach nur zum Joggen im Park. Letzteres ist über so genannte Activity Tracker möglich. Diese Daten für das maschinelle Lernen nutzbar zu machen, sie zu visualisieren und besser zu managen, ist das Ziel der Passauer. In dem neu gegründeten „Centre for Digital Business Transformation“ arbeiten sie dafür eng mit der Industrie zusammen.

Betrachter mit Virtual-Reality-Brille vor einem Bild

Mit einer an der Bauhaus-Universität Weimar entwickelten Virtual-Reality-Brille können die Betrachter die gescannte Statue in 3D sehen und interaktiv nutzen.

PRpetuum GmbH

Smarte Fabriken und falsche Nachrichten

Wie Daten aus der industriellen Produktion besser genutzt, gespeichert und verknüpft werden können, damit beschäftigt sich ein Team der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo. Die Wissenschaftler analysieren, wann und wie die Daten erzeugt werden. Auf dieser Basis haben sie bereits eine Software-Architektur entwickelt, die in digitalisierten Produktionsprozessen, in der sogenannten Smart Factory, zum Einsatz kommen soll.

Wo Daten herkommen, ist wichtig zu wissen, besonders in der digitalen Medienwelt. Nur so können falsche Nachrichten aufgedeckt und deren Verbreitung verhindert werden. Informatiker der Bauhaus-Universität Weimar analysieren die Herkunft von Nachrichten, indem sie Dokumente vergleichen und jene herausfiltern, die sehr ähnlich sind. Mit speziellen Methoden können sie herausfinden, ob die Dokumente vom gleichen Autor stammen. Um ihre Methoden zu testen, haben die Weimarer knapp anderthalb Millionen Nachrichtenseiten untersucht und insgesamt eine Milliarde Vergleiche angestellt. Die Vergleichsmatrix hatte die gigantische Größe von vier Terabyte und es hat eine Woche gedauert, bis diese berechnet war. In Zukunft soll das schneller gehen. Ziel der Informatiker ist es, den Vergleichsprozess mit neuen Technologien an weniger als einem Tag abzuschließen.

Historische Statue in Punktwolken

Eine historische Statue in Punktwolken: Die Daten wurden aus 300 verschiedenen Kameraperspektiven gewonnen und anschließend zu einem 3D-Modell verarbeitet

Virtuelle Genauigkeit

Digitale dreidimensionale Objekte erleichtern Architekten oder auch Archäologen die Arbeit. Die Weimarer Informatiker und der bayerische Projektpartner ArcTron 3D GmbH wollen solche Objekte fehlerfrei scannen und detailliert abbilden. 3D-Daten, die beim Scannen von Objekten entstehen, sollen besser verarbeitet werden, um äußerst genaue Bilder zu erhalten. Als Testobjekt ist eine historische Statue aus 300 Perspektiven fotografiert und zu einem digitalen 3D-Objekt verarbeitet worden. Betrachtet man die Statue nun mit einer an der Bauhaus-Universität entwickelten Virtual-Reality-Brille, werden Details sichtbar, die mit bloßem Auge an der realen Statue nicht zu erkennen sind. Das ist für Restauratoren oder auch Denkmalschützer sehr interessant.

In den kommenden Jahren will das Provenance-Analytics-Team seine Methoden nun weiterentwickeln und in die Anwendung bringen.