Werftarbeiter mit Pioniergeist

Stetig wachsen die Angebote von TV-Programmen, Mediatheken und Streaming-Diensten. Wer da mit seinen Produktionen gefunden werden will, braucht ein intelligentes Metadaten-Management. Die „dwerft“ in Babelsberg entwickelt die Technologien dafür.

Längst vorbei sind die Zeiten der sogenannten „Straßenfeger“, die ihre Fernsehzuschauer pünktlich vor die Röhre lockten. Kaum jemand lässt heute über sich bestimmen, zu welcher Zeit an welchem Ort er welche Sendung sieht. Eine neue Nutzergeneration ist Innovationstreiber für eine ganze Branche. Immer weniger haben einen Fernseher. Aber alle besitzen Laptop und/oder Smartphone, gegen die sich auch die Kinoleinwand behaupten muss. Programmproduzenten reagieren: Sie bieten Extra-Programme in ihren Mediatheken oder 24-Stunden-Programme per Live Stream, in Online-Videotheken sind Filme jederzeit verfügbar.

Was aber an technologischer Entwicklung dahintersteckt, kommt in der Film- und Fernsehbranche einer Revolution gleich. Sie wird quasi von der Manufakturarbeit ins digitale Zeitalter katapultiert. Solch eine grundlegende Umwälzung braucht Pioniere an vorderer Front. Auf einer digitalen Werft, der „dwerft“, entwickeln solche Vorreiter die Plattform für eine Wandlung, wie sie die Medienlandschaft noch nicht erlebt hat. Passenderweise steht die „dwerft“ am Traditionsstandort Babelsberg, wo die Filmbranche seit über 100 Jahren zuhause ist.

Jeder macht sein Ding

Der Wachstumskern „dwerft – linked metadata for media“ hat im Namen schon sein Ziel definiert: Für die digitale Vermarktung und Auswertung von Film- und Fernsehproduktionen sind qualitativ hochwertige Metadaten unerlässlich; beschreibende Zusatzinformationen also, die maschinell lesbar und auswertbar sind.

Ein Mann erklärt vor einer Präsentation den Metadaten-Workflow.

Die Filmproduktion steht vor der Digitalisierung – dwerft2 entwickelt Technologien für den Wandel.

transfermedia production services GmbH

Das Problem: In der Filmbranche geht jeder seinen eigenen Weg, erzeugt produktionsbegleitende Daten auf unterschiedlichen Wegen, spricht seine eigene Fachsprache, speichert Daten nach keinem einheitlichen System ab... Solange das geschäftlich funktioniert, sei die Bereitschaft noch nicht sehr groß, Redaktions- und Produktionsprozesse umzugestalten und dafür Geld zu investieren, so die Erfahrung von Peter Effenberg von der transfermedia production services GmbH. Die Firma agiert als „Vermittler“ zwischen der IT-Branche und der Medienbranche. Und sie koordiniert die digitale Werft. Die regionalen Bündnispartner beweisen Weitblick und Pioniergeist. Sie wissen: Wer im World Wide Web mit seinen Produktionen nicht gefunden wird, guckt in die sprichwörtliche Röhre.

Metadaten sind der Schlüssel

Vertreter von transfermedia production services, Rotor Film, Interlake, filmwerte, vom Institut für Rundfunktechnik und vom Deutschen Rundfunkarchiv trafen sich kürzlich, um den Entwicklungsstand ihrer Teilprojekte vorzustellen. Deren Kernziel ist ein intelligentes Metadaten-Management von der Idee und Planung über Produktion und Postproduktion bis zur Distribution und Archivierung.

Eine Hand zeigt auf den Bildschirm eines Tablets, daneben werden Metadaten des darauf laufenden Films angezeigt.

Die bei der Filmproduktion entstehenden Metadaten werden in einer Cloud gespeichert.

transfermedia production services GmbH

Die Schlüssel zu den kundenbezogenen Anwendungsfällen sind deren verfügbare und verwertbare Metadaten. Davon würden zu viele verloren gehen entlang der Wertschöpfungskette einer Bewegtbildproduktion. Das erschwere „noch“ die Entwicklung von Algorithmen für eine intelligente Vernetzung, machen die einzelnen Projektleiter deutlich; wohl wissend, dass sich für die Film- und Fernsehbranche auf dem Weg ins digitale Zeitalter viele Fragen ergeben werden. „Linked metadata for media“ – das „dwerft2“-Bündnis als Fortführung des Wachstumskerns will die Fragen beantworten und eine für alle nutzbare Kerntechnologie zur Verfügung stellen.

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