Wissenschaft am Bauzaun

„Wissenschaft geht auf die Straße“ – wurde von etwa 60 Potsdamer Wissenschaftlern wörtlich genommen, darunter die Nachwuchsforschungsgruppe „Immuntechnologie“ und das ZIK „innoFSPEC“. Sie fanden sich zu einem Speed-Dating mit der Bevölkerung ein.

Wer vom Potsdamer Hauptbahnhof aus der Wegbeschilderung Richtung Bildungsforum folgt, bekommt „... an zentraler Stelle präsentiert, was Potsdam an Forschung und Wissenschaft zu bieten hat“, sagte kürzlich Oberbürgermeister Mike Schubert, als er zur Feierabendzeit ein Speed-Dating zwischen Wissenschaftlern und der Bevölkerung eröffnete. Ort des Treffens war die Baustelle zwischen Landtag und Bildungsforum. Hier entsteht in der Nachbarschaft zur imposanten St. Nikolaikirche ein Quartier für „Wohnen. Arbeiten. Kultur. Leben.“ Potsdamer wie auch Besucher der Stadt kommen an der Open-Air-Ausstellung „Wissenschaft im Zentrum“, die an 130 Metern Bauzaun zu sehen ist, vorbei.

Bauzaun-Ausstellung in Potsdam

Auf 130 Metern Bauzaun präsentieren sich 20 ausgewählte Forschungsprojekte aus Potsdam.

PRpetuum GmbH

Die Idee für die riesige Posterpräsentation stammt vom Verein proWissen Potsdam. Ausgewählte Forschungsprojekte der Region zeigen, an welchen Themen und Projekten sie gerade arbeiten. Darunter auch die InnoProfile-Transfer-Stiftungsprofessur „Artifizielle Immunreaktionen“ und das Zentrum für Innovationskompetenz innoFSPEC. Beide werden vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Spitzenplatz unter allen Städten

Nach Aussage von proWissen gäbe es in keiner anderen deutschen Stadt so viele Wissenschaftler pro Einwohner. Damit nähme die brandenburgische Landeshauptstadt einen Spitzenplatz in der Bundesrepublik ein. Wissen das die Potsdamer? „Wenn man ihnen das immer wieder anschaulich macht, werden die Menschen das bewusst nachprüfen“, ist der Potsdamer OB überzeugt. Darum sei es wichtig, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach draußen gehen und zeigen, dass sich Potsdam nicht ohne Grund als „Wissens“Stadt bezeichnet.

„Was wir machen. Wer wir sind. Wo wir forschen.“ – Mit einprägsamen Angaben zu diesen drei Stichpunkten stellen sich am Bauzaun 20 Forschungsprojekte aus Universitäten und Hochschulen, außeruniversitären Instituten, Museen und aus einer Gedenkstätte vor.

Stiftungsprofessorin Katja Hanack und ihr Team im Gespräch mit Interessierten

Speed-Dating am Stand der Immuntechnologie.

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Antikörper und optische Fasern

„Kann man Antikörper auch ohne Tiere herstellen?“, wird beispielsweise in großen Lettern gefragt. Manch einer bleibt stehen; will wissen, welche Antwort die „Immuntechnologie“ zu geben hat. Ziel der gleichnamigen Nachwuchsforschungsgruppe von Stiftungsprofessorin Katja Hanack ist es, die Herstellung von Antikörpern künftig ohne Versuchstiere zu ermöglichen. Mehr noch: Antikörper können mittels der neu entwickelten Technologien sehr viel wirkungsvoller und schonender hergestellt und noch vielfältiger genutzt werden. Daran arbeiten 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Universität Potsdam, unterstützt von acht Biotechnologie-Unternehmen aus der Region.

Speed-Dating am Stand des ZIK innoFSPEC

Auch das Team des ZIK innoFSPEC war beim Speed-Dating vertreten.

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„Was geschieht in kleinen Molekülen und großen Galaxien?“ Diese Frage kann bestens vom Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) innoFSPEC Potsdam unter Leitung von Prof. Martin Roth beantwortet werden. Sieben international besetzte Forschungsgruppen aus dem Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam und der Physikalischen Chemie an der Uni Potsdam dringen mit Hilfe des Lichts in galaktische Geheimnisse vor. Sie entwickeln neue Technologien und faseroptische Sensorik, die auch in irdischen Bereichen wie der Medizin zur Anwendung kommen.