Zukunftsmusik im Vogtland

Der traditionelle Musikinstrumentenbau zwischen Markneukirchen und Klingenthal steht vor großen Herausforderungen. Das WIR!-Bündnis iMaTech startet mit visionären Ideen, um die westsächsische Region nachhaltig zu stärken.

„Wir waren positiv überrascht, dass unser Bündnis zu den Auserwählten gehört“, freut sich Bündnissprecher Gunter Ziegenhals. Erst vor wenigen Wochen erfuhr er, dass iMaTech die Jury des Bundesforschungsministeriums überzeugt hat und in den kommenden Jahren gefördert wird. Nun krempeln Musikinstrumentenbauer, IT-Ingenieure, Tourismusexperten und Materialforscher die Ärmel hoch, um ihre Konzepte zu realisieren. In Markneukirchen haben sie sich zu ersten Brainstormings getroffen. Zu den Projekten gehören die Digitalisierung der Traditionsbranche, die Suche nach neuen Materialien für den Musikinstrumentenbau und ein Musikcampus, der junge Leute in die Region ziehen soll.

Einzelteile für den Musikinstrumentenbau

Metalle wie Nickel und Blei dürfen für Musikinstrumente nur noch eingeschränkt genutzt werden. Materialforscher wollen nun gleichwertige Alternativen finden.

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Musikalische Bildung und Forschung

Kerstin Voigt hatte die Idee für den Campus. Sie ist Inhaberin eines Markneukirchner Familienunternehmens, das Blasinstrumente herstellt, und Bündnispartnerin bei iMaTech. Der moderne Musikcampus soll Platz bieten für Berufsausbildung und Studium, aber auch für Forschungslabore und Werkstätten für den Prototypenbau. Die Kompetenzen des gesamten Musikwinkels um Markneukirchen und Klingenthal werden auf dem Campus vernetzt – so der Plan. Damit wollen die Initiatoren die Ausbildung in der Region, die deutschlandweit einen sehr guten Ruf hat, erweitern und verbessern. Ihr Ziel ist es, Nachwuchs für die Branche zu gewinnen, der händeringend gesucht wird. Rückenwind für die Realisierung des modernen Musikcampus gibt es bereits von Lokalpolitikern und der sächsischen Landesregierung.

Lebenswerte Region

Der Campus ist die tragende Säule des thematischen Schwerpunkts Bildung und Lifestyle. Dazu gehören außerdem Initiativen wie die „Erlebniswelt Musikinstrumentenbau“, die Region und Branche in den Fokus rückt und junge Menschen für den Musikinstrumentenbau begeistern will. Damit sie auch nach der Ausbildung im Vogtland bleiben, entwickelt das iMaTech-Team Kampagnen, die auf die hohe Lebensqualität in der Region abzielen. Schließlich gibt es hier neben interessanten Jobs auch bezahlbaren Wohnraum, erholsame Natur sowie Kita- und Schulplätze – ein attraktives Lebensumfeld für junge Familien.

Gleichwertiger Ersatz

Das iMaTech-Bündnis widmet sich auch der Erforschung neuer Materialien für den Musikinstrumentenbau. Traditionelle Rohstoffe wie Tropenhölzer unterliegen durch internationale Artenschutzabkommen inzwischen sehr starken Restriktionen. Modifiziertes heimisches Holz oder Kunststoffe sollen Abhilfe schaffen. Aber auch Metalle wie Nickel und Blei dürfen nach neuen EU-Richtlinien nur noch eingeschränkt genutzt werden, um die Gesundheit der Menschen zu schützen. Bisher werden diese Metalle in Saiten, Ventilen oder Mundstücken von Instrumenten verbaut. Eine Alternative zu finden, die gleichwertige Klangeigenschaften bietet, ist schwierig. Materialwissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg wollen sich dieser Herausforderung nun stellen.

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